Schildkröten und Bananen programmieren

Letztes Jahr nahmen rund 11'000 Personen an den Informatiktagen teil. Bild: Michèle Büschi
Informatiktage 2017: Zum zweiten Mal geben über 50 Firmen und Organisationen Einblick in die Welt der IT.
 
Informatik sei zwar im Alltag allgegenwärtig, bleibe aber oft abstrakt, sagt der Zürcher Stadtrat Daniel Leupi. Um diese fassbar zu machen, öffnen über 50 Firmen und Organisationen aus dem ICT-Bereich am 16. Und 17. Juni im Rahmen der zweiten Informatiktage ihre Türen. An verschiedensten Anlässen können interessierte Laien und Profis von jung bis alt im Grossraum Zürich ausprobieren, mitmachen und lernen: Von ersten Programmier-Erfahrungen, Versuchen mit Augmented-Reality und Experimenten mit Robotern bis zu Ausstellungen, Referaten, Rundgängen und Workshops rund um die Themen Informatik und Digitalisierung bietet der Grossevent rund 300 Gelegenheiten Einblicke in das vielfältige und dynamische Themengebiet zu gewinnen.
 
Bei Accenture erfährt man, wie man eine eigene Schaltung für das Internet of Things baut, zudem kann man beim IT-Dienstleister eine Popcorn-Maschine programmieren und sich erklären lassen, wie Autos fahren lernen. Beim Netzwerkspezialisten Cisco wird mittels eines Legomodells die Stadt von morgen vorgestellt und man erhält Einblicke in die Arbeitswelt und das Sitzungszimmer der Zukunft. Die ETHZ zeigt ihren Supercomputer Cray, der von 1983 bis 1988 als schnellster Rechner galt, sowie ein digitalisiertes Kinderzimmer. Die Hochschule lässt die Besucher einen Roboter zum Leben erwecken. Zudem können Kinder und Jugendliche mit der Programmiersprache "Logo" eine bunte Schildkröte mittels Befehlseingabe in Bewegung setzen. Die Stadt Zürich lädt die Besucher zu einem Bewerbungsparcour sowie zu einer virtuellen Reise durch den Verdauungstrakt ein. Sie lässt zudem Bienen und Bananen programmieren – was Letzteres genau bedeutet, müssen sie selber herausfinden.
 
Neben den teilweise kuriosen Anlässen warten die Informatiktage aber auch mit seriösen Angeboten auf: So bietet etwa das IT-Unternehmen Puzzle ITC eine Docker Challenge, einen Workshop zum Thema wie man Apps in die Cloud bringt sowie eine praktische Einführung ins Machine Learning. Swisscom präsentiert zwei Talks wie man Startups
Die Legostadt der Zukunft. Bild: Informatiktage
in die Zukunft führt sowie zum Hype um künstliche Intelligenz. Im Zürcher Technopark lernt man erste Programmierschritte für Roboter sowie Hintergründe zur Verschlüsselung von Daten.
 
Neu werden im Rahmen der Informatiktage auch die ICT-Berufsmeisterschaften, die ICTSkills 2017, durchgeführt. In den Kategorien Systemtechnik, Webdesign & Developement, Mediamatik sowie Applikationsentwicklung messen Jugendliche live ihre Kräfte und Fähigkeiten.
 
Mit von der Partie sind neben den genannten Ausstellern Riesen wie IBM, Microsoft und Google, die Banken UBS und ZKB, verschiedene Hochschulen aber auch etablierte KMUs und Startups. Organisiert wird der Anlass von der Standortförderplattform eZürich, die unter Schirmherrschaft von Stadt und Kanton Zürich steht.
 
Nachdem die Premiere des Events letztes Jahr rund 11'000 Besucher angezogen hat, werden auch dieses Jahr viele Interessierte erwartet. Die Angebote sind alle kostenlos, es empfiehlt sich aber bei einigen eine Anmeldung, da die Platzzahl beschränkt ist. Das komplette Programm (PDF) findet man auf der Homepage der Informatiktage. (ts)