Post sichert sich E-Health-Deal für die Südostschweiz

Die Schweizerische Post wird für den Trägerverein eHealth Südost in der Region Südostschweiz eine digitale Gesundheitsplattform realisieren. Man habe sich in einer WTO-Ausschreibung durchsetzen und einen entsprechenden Auftrag sichern können, schreibt der Gelbe Riese in einer Mitteilung. Die Gesundheitsplattform basiere auf "Post E-Health" und werde zusammen mit Partnerfirmen entwickelt – als solchen nennt die Post die Bündner Informatica. Das Auftragsvolumen umfasst laut Ausschreibung 871'000 Franken.
 
Das neue Angebot werde neben dem elektronischen Patientendossier gemäss Bundesgesetz unter anderem auch klassische B2B-Anwendungen wie Zu- und Überweisung, E-Medikation und E-Rezept umfassen. Zudem gehörten der sichere Transfer von medizinischen Dokumenten sowie B2C-Anwendungen wie das E-Impfdossier zum Leistungspaket. Der Trägerverein eHealth Südost prüfe auch die Möglichkeit eines Service Centers für Registration, Aufklärung, Archivierung und andere Aufgaben.
 
Die Post E-Health-Lösung sei bereits in den Kantonen Genf, Waadt, Tessin und Aargau in Betrieb und werde von verschiedenen Institutionen eingesetzt. Die Post schreibt, dass ein mit dem Kanton Genf entwickeltes E-Patientendossier das bislang einzige sei, das produktiv eingesetzt werde und sämtlichen Vorgaben des Bundes sowie internationalen Standards entspreche.
 
Hart umkämpfter Markt
Die Konkurrentin Swisscom Health baut für den Kanton Zürich eine Plattform auf, die möglicherweise mit dem Kanton Bern zusammengelegt wird und damit die mit Abstand grösste E-Health-Plattform der Schweiz werden würde. Mitte letztes Jahr haben die beiden grossen Player mit einer von Health Info Net und Ärztekasse entwickelten Plattform einen neuen Konkurrenten erhalten.
 
Zudem hat im letzten Dezember Noser Health in Zusammenarbeit mit Hiag Data und Microsoft eine neue E-Health-Plattform angekündigt. Und auch die Apotheker mischen mit einem eigenen Portal mit. (ts)