Informatiker hilft beim Versenken einer IT-Offensive in Bern

"Die jungen Menschen müssen nicht nur informierte Verbraucher werden, sondern auch ausgebildete Produzenten. Sie müssen lernen, Strategien zu entwickeln, das Potenzial von Software zu analysieren und die Programmierung verstehen." So lancierte die Walliser CVP-Nationalrätin Géraldine Marchand-Balet heute die Debatte über eine Motion der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur.
 
Diese Motion wollte eine "Informatik-Offensive" genannte Förderung der Informatik im Volksschulbereich und auf der Sekundarstufe II für Lehrer und Schüler ab Boden bringen.
 
Es gehe dabei speziell um eine klare Strategie bei der Lehrerausbildung, neue Lehrformen und Lehrmittel, so SP-Nationalrat Matthias Aebischer.
 
Soweit zwei Nicht-Informatiker. Ein Informatiker fand das eine schlechte Idee: Mauro Tuena (SVP/ZH). "Ich stelle fest, dass Digitalisierung zu einem eigentlichen Modewort geworden ist und alles, was Sie hier machen, wird mit Digitalisierung begründet. Ich möchte doch ein wenig warnen davor."
 
Tuena findet zudem, Informatik überfordere die hiesigen Schüler: "Es ist heute schon so, dass jedes dritte Kind Förderunterricht braucht. Wollen Sie diese Tendenz tatsächlich fördern? Ich möchte noch erwähnen, dass eine OECD-Studie klar sagt, dass Informatikunterricht auf dieser Ebene der Schule für spätere Sachen keinen Nutzen bringt."
Mit einem Verweis, man habe eine Strategie "Digitale Schweiz" und einen Bericht in Arbeit sowie einen neuen Beirat, lehnte Bundesrat Johann Schneider-Ammann die Motion ebenfalls ab. "Wir sind unterwegs", so seine Bilanz.
Und dann wurde die Motion vom Nationalrat abgelehnt. Status: "Erledigt". (mag)