Multinationale Versicherungspolice von IBM

IBM, der US-Versicherungskonzern American International Group und das britische Finanzunternehmen Standard Chartered Bank kündigen ein Blockchain-Pilotprojekt an. Man habe – weltweit erstmals – eine multinationale Versicherungspolice basierend auf der Blockchain-Technologie umgesetzt.
 
Die Verwaltung von mehreren Versicherungspolicen über mehrere Länder hinweg sei sehr komplex, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Blockchain-Lösung schaffe nicht nur mehr Transparenz im Underwriting-Prozess, sondern ermögliche es den Unternehmen, den Versicherungsschutz auch über mehrere Länder hinweg effizienter umzusetzen. Die Lösung des Pilotprojekts wurde von IBM entwickelt und basiert auf Hyperledger Fabric. Dies ist ein Blockchain-Framework und gehört zu den Hyperledger-Projekten, die von der Linux Foundation gehostet werden, schreibt das Unternehmen weiter.
 
Im Rahmen des Projekts wandelten die Partner eine multinationale Hauptpolice und drei lokale Policen in einen Smart Contract um. Die Hauptpolice wurde in Grossbritannien erstellt, die drei lokalen Policen sind für die USA, Singapur und Kenia. Der Smart Contract ermögliche eine gemeinsame Sicht auf die Versicherungsdaten und -Unterlagen in Echtzeit. Zudem können der Versicherungsschutz und die Prämienzahlungen sowohl auf lokaler als auch auf Masterebene eingesehen werden, wie IBM weiter schreibt. Events, die eine Zahlung auslösen könnten, würden automatisch aufgezeichnet, während gleichzeitig sichergestellt werde, dass keine einzelne Partei die Bedingungen der Police verändern kann. Daneben gebe es automatische Benachrichtigungen an die Teilnehmer, wenn ein Zahlungsfall eintritt. Der Pilot zeige zudem, dass auch Drittparteien in das Netzwerk aufgenommen werden können, etwa Versicherungsmakler oder Auditoren. Diese Parteien erhalten jeweils eine angepasste Sicht auf Policen oder Zahlungsdaten. (kjo)