Piz Daint auf dem globalen Super­computer­podest

Nach einer Aufrüstung besitzt das CSCS in Lugano nun den drittschnellsten Computer der Welt.
 
Das wäre vor ein paar Jahren noch kaum denkbar gewesen: Ein Schweizer Supercomputer ist nicht mehr nur der leistungsfähigste in ganz Europa, nach einer Aufrüstung hat er nun auch alle "Konkurrenten" in den USA überholt. Dies geht aus der neusten Ausgabe der Liste der 500 schnellsten Computer der Welt hervor. Nur in China gibt es gegenwärtig zwei noch schnellere Modelle.
 
Der von Cray gebaute Supercomputer "Piz Daint" wird seit 2013 am zur ETH Zürich gehörenden Centro Svizzero di Calcolo Scientifico (CSCS) in Lugano betrieben und hat schon mehrere Aufrüstungen hinter sich. Anfänglich bewältigte er 750 Teraflops (Fliesskommaoperationen pro Sekunde). Nun ist er laut dem von der Top-500-Liste verwendeten Linchpack-Benchmark bei 19,6 Petaflops angekommen. Die ETH nennt einen theoretischen Spitzenwert von 25,3 Petaflops.
 
Die ETH-Zürich entschloss sich im letzten Frühling zu einer weiteren Modernisierung von Piz Daint und investierte dafür rund 40 Millionen Franken. Der Tessiner Supercomputer ist wie viele Supercomputer heutzutage ein hybrides System, in dem sowohl klassische CPUs als auch auf der Architektur von Grafikchips beruhende Prozessoren (GPUs) die Rechenarbeit leisten. Im Rahmen der Aufrüstung wurden diese Komponenten auf den neusten Stand gebracht. Statt "Sandy-Bridge"-CPUs von Intel werden nun CPUs der "Haswell"-Generation verwendet (Xeon E5-2690v3) und die Nvidia-GPUs der Kepler-Generation wurden durch "Pascal"-Modelle (Tesla P100) ersetzt. Die Zahl der Cores ist dadurch innerhalb des letzten Jahres von rund 120'000 auf 360'000 gestiegen.
 
Der hochgerüstete Supercomputer soll einerseits für hochauflösende Simulationen in Bereichen wie Materialwissenschaften, Geophysik, Life Sciences und Klimawissenschaften verwendet werden. Ausserdem will man damit auch den Bereich Data Science, in dem riesige Datenmengen analysiert werden müssen, fördern. Data Science soll ein Forschungsschwerpunkt der ETH werden. (hjm)