Box lehnt sich an Microsofts breite Brust

Box hat bisher zur Bereitstellung seines Filesharing- und Content-Management-Services vor allem mit Amazon Web Services und IBM zusammengearbeitet. Nun aber hat Box bekannt gegeben, dass man in Zukunft eng mit Microsoft zusammenarbeiten werde. Microsoft und Box wollen demnach gemeinsam die Box-Services international vermarkten und dafür Microsofts Azure-Cloud-Plattform verwenden. Ausserdem werde man zusammen neue Lösungen erarbeiten, die beispielsweise die KI- und Machine-Learning-Fähigkeiten von Azure in den Box-Service integrieren.
 
Durch die Benützung von Azure will Box auch die Anzahl seiner regionalen "Zonen" ausserhalb der USA deutlich erhöhen. Mit den Zonen bietet Box Kunden die Möglichkeit, Daten garantiert in einer bestimmten Region zu halten. Bisher gibt es acht Zonen, eine davon in Deutschland. Azure bietet demgegenüber bereits 40 abgetrennte Regionen.
 
Laut 'Bloomberg' betreibt Box keine eigenen Rechenzentren ausserhalb der USA. Die Infrastruktur für die bisherigen Zonen befindet sich in Rechenzentren von AWS und IBM. Auch für die reine Datenspeicherung in den USA verliess sich Box bisher auf AWS.
 
Nun mag es überraschen, dass Box gerade Microsoft als neuen engen Partner wählt (und umgekehrt). Microsofts Online-Speicher OneDrive ist eine klare Konkurrenz für Box. "Während wir uns in einigen Bereichen überlappen und konkurrenzieren, ergänzen wir einander aber zehnmal mehr," so Box-CEO Aaron Levie gegenüber 'Bloomberg'. Viele grosse Kunden würden bereits jetzt Cloud-Services beider Unternehmen verwenden. (hjm)