Die Parkplätze in St. Gallen sind jetzt smart

Als Teil des Projektes "Smart City St. Gallen" führte die Stadt ein smartes Parkplatz-Managementsystem ein. Das digitale System soll den Suchverkehr verringern und eine effizientere Nutzung ermöglichen, schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Am 1. Juli 2017 startete das einjährige Pilotprojekt "Smart Parking" der sanktgallischen Stadtpolizei.
 
Während des Pilots werden die unterschiedlichen Technologien von verschiedenen Herstellern getestet. Zwei Studierende der HSG, die unabhängig voneinander eine Masterarbeit verfassen, begleiten das Projekt, so die Mitteilung. Die Sensoren übermitteln die Daten über das LoRa-Netz der Stadtpolizei. Das LongRange-(LoRa)-Netz wurde speziell für die Kommunikation von IoT-Geräten entwickelt. Die von der LoRa-Alliance lancierte LPWAN-Technologie (Low Power Wide Area Network) arbeitet auf dem konzessionsfreien UKW-Band im 868 Mhz-Bereich.
 
Über Navi-Systeme, Apps und Karten wie Google Maps sollen die aufbereiteten Daten in Zukunft allen – Autofahrern oder Applikationsentwicklern – zur Verfügung stehen. Applikationsentwickler können mit den kostenlosen offenen Daten Apps realisieren, welche dann einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.
 
Parksensoren im Asphalt verbaut
In den vergangenen Monaten wurden 96 Sensoren auf 48 Parkfeldern an der David- und Pestalozzistrasse in den Asphalt verbaut. Getestet werden die Produkte der Firmen IEM, Adec Technologies, Leicom und ParkHere.
 
Von der Firma IEM werden 24 Parksensoren getestet. Dabei kommen laut Mitteilung zwei Varianten des gleichen Modells zum Einsatz. Eine Variante ist ebenerdig, was dazu führen könnte, dass angesammelter Regen die Funktionen beeinträchtigt. Die andere ist aufliegend, was wiederum im Winter das Problem verursachen könnte, dass Schneepflüge das Gehäuse beschädigen. Beide Varianten funktionieren mittels Magnet- und Ultraschalldetektion. Der Sensor erkennt, ob ein Fahrzeug auf dem Parkfeld zum Stillstand gekommen
oder weitergefahren ist.
 
Weitere 12 Parksensoren stammen von der Firma Adec Technologies. Die Sensoren arbeiten laut Mitteilung mit Magnet-, Ultraschall-, Infrarot- und Lichtdetektionsmöglichkeiten. Die Konzeption der Oberfläche dieses ebenerdigen Modells lässt Regenwasser abfliessen.
 
Ebenfalls zwölf Sensoren stellt die Firma Leicom zur Verfügung. Die Magnet-, Licht und Infrarottechnologie wurde von der Firma Frogparking aus Neuseeland entwickelt. Zusätzlich wurden zwei bis drei Sensorstreifen des Unternehmens ParkHere über alle 48 Parkplätze gezogen. Die Streifen reagieren auf Druck.
 
Kontrollsystem entwickelt
Um die Zuverlässigkeit und Qualität der Sensoren zu überprüfen, wurde ein Kontrollsystem entwickelt. Zeigen beispielsweise in einem Parkfeld die beiden Sensoren unterschiedliche Werte – belegt oder unbelegt – an, zeigt das Kontrollsystem das an. Die Situation kann dann durch die Projektverantwortlichen vor Ort begutachtet werden. (kjo)