Von Bedag über Unisys zu Bedag

Der Kanton Bern hat, nach einem Zuschlag im Jahr 2014, die Zusammenarbeit mit Unisys beendet. Nun soll doch der bestehende Anbieter Bedag eine neue Software für die Durchführung von Wahlen und Abstimmungen liefern.
 
Bekanntlich will der Kanton Bern eine neue Software für die Durchführung von Wahlen und Abstimmungen beschaffen. Das eingesetzte System ist veraltet. Der Regierungsrat hat für die neue Lösung einen Kredit in Höhe von 830'000 Franken bewilligt, der sich auf die Jahre 2017 bis 2019 verteilt, teilte die Staatskanzlei gestern mit. Der entsprechende Zuschlag in Höhe von 1,8 Millionen Franken wurde an Bedag Informatik vergeben. Der kantonseigene IT-Dienstleister Bedag ist Betreiber des bestehenden Systems, das seit über zehn Jahren im Einsatz ist.
 
Wie aus der Ausschreibung hervorgeht, sollen die bestehenden Lösungen idealerweise 2018 abgelöst werden, sodass die neue Software bei der Abstimmung vom November 2018 erstmals eingesetzt werden kann. Spätestens bei den Nationalratswahlen im Oktober 2019 muss der erste Einsatz bei Proporzwahlen erfolgen.
 
Gescheiterter Umweg über Unisys
Schon 2014 hat der Kanton einen Versuch gestartet, die bestehende Lösung zu ersetzen. Der Zuschlag in einer Höhe von 1,7 Millionen Franken ging damals – nicht unumstritten – an die Firma Unisys. Doch die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen wurde beendet und der Auftrag Anfang 2017 neu ausgeschrieben, wie Stefan Wyler, Leiter Fachbereich Politische Rechte, gegenüber inside-it.ch bestätigt. Eine Lösung der Unisys sei nie zum Einsatz gelangt und noch immer werde mit den alten Bedag-Applikationen gearbeitet. Der Kanton habe bis zur Beendigung der Zusammenarbeit rund 315'000 Franken für Leistungen an Unisys bezahlt.
 
Bereits Mitte 2016 wurde bekannt, dass sich Bern nach einem neuen Anbieter umsieht. Die Zusammenarbeit mit Unisys habe sich schwierig gestaltet. Nach Verzögerungen und Terminverschiebungen habe man sich entschlossen, die Beschaffung abzubrechen, erklärte Staatsschreiber Christoph Auer damals.
 
Bern erhofft sich schnellere Abläufe bei Stimmauszählung
Die neue Wahl- und Abstimmungslösung werde verschiedene Verbesserungen enthalten. So werden beispielsweise die Gemeinden ihre Resultate neu selber erfassen können, heisst es in der Mitteilung. Bisher mussten sie die Resultate zuerst den Regierungsstatthaltern übermitteln. Erst von dort aus fliessen diese dann nach Bern.
 
Man erhoffe sich insofern eine gewisse Beschleunigung der Resultatübermittlung. Entfalle doch eine Schnittstelle, wenn die Gemeinden ihre Resultate direkt nach Bern übermitteln könnten, erklärte Wyler, gegenüber der Nachrichtenagentur 'sda'. (kjo)