UBS bringt KI zu den Händlern

"Es wird viel über die Automatisierung des Backoffice gesprochen", sagt Beatriz Martín Jiménez, Chief Operating Officer UBS Investment Bank, in der 'Financial Times'. "Aber wir beschlossen, ein Gespräch mit den Front-Office-Leuten zu beginnen, ob es Prozesse gebe, bei denen wir einen Roboter nutzen könnten, und wir fanden mehrere."
 
Zwei Beispiele von KI-Lösungen hat die UBS in London gezeigt. Beide sollen die Händler unterstützen.
 
Das erste Beispiel kann offenbar Kunden-Emails analysieren, die Händler anweisen, was mit sogenannten Block-Trades geschehen soll. Das von UBS und Deloitte entwickelte System könne die Transaktionen dann automatisiert ausführen und dies in zwei Minuten, statt, wie der Händler, dafür 45 Minuten zu benötigen.
 
Ein Händler werde durch die Automatisierung nicht ersetzt, betont die UBS-Frau, sondern habe 43 lukrativere Minuten Arbeitszeit gewonnen.
 
Ein zweites Beispiel ist laut 'FT' ein System, das mit Machine Learning grosse Mengen an Marktdaten analysieren und daraus Strategien ableiten könne. Das mit dem New Yorker Fintech Tradelegs entwickelte System könne gerade bei volatilen Märkten die Renditen merklich erhöhen.
 
Bevor die UBS-Händler diese Strategien umsetzen und verkaufen, beurteilen sie diese erst mit menschlichen Hirnen. Es werde noch einige Jahre dauern, bis der ganze Prozess automatisiert werden könne, so die UBS-COO, weil Machine Learning menschliches Know-how überflüssig mache. Gleichzeitig sieht sich die Bank damit in einer Innovatorenrolle im Investment Banking. (mag)