Freiburg: Folgen nach der Reorg nun Entlassungen?

Seit Mitte Mai ist bekannt, dass die Struktur des Amts für Informatik und Telekommunikation (ITA) im Kanton Freiburg angepasst wird. Jetzt ist die Reorganisation wegen möglichen Stellenabbaus in der Kritik. So fragt der SP-Grossrat Xavier Ganioz den Staatsrat, was es mit der angekündigten Streichung von zehn Arbeitsplätzen auf sich hat.
 
Der Staatsrat hat üblicherweise zwei Monate Zeit zu antworten, heisst im Kanton auf Anfrage. Aufgrund der Ferien könnte sich Beantwortung aber leicht verzögern. Beim ITA selber, das nach eigenen Aussage derzeit rund 150 Mitarbeiter beschäftigt (ohne externe), nimmt man ebenfalls keine Stellung zu der an den Staatsrat gerichteten Anfrage.
 
Konkret will der Grossrat wissen, wieso zunächst fälschlich festgehalten wurde, die meisten der Betroffenen hätten keine IT-Kompetenzen, während von einem Grossratskollegen öffentlich klargestellt wurde, dass es doch Informatiker seien. Er zählt dann detailliert von sechs dieser Mitarbeiter die Kompetenzen auf und fragt, warum der Staatsrat nicht versucht habe, die Entlassungen beispielsweise durch natürliche Abgänge zu vermeiden.
 
Zudem fragt Ganioz, wie viele deutlich teurere externe Mitarbeiter das ITA beschäftigt und warum für die von ihnen besetzten Positionen keine internen Ressourcen genutzt werden. Weiter fragt er, ob es richtig ist, dass durch gestückelte Auftragsvergabe, Ganioz spricht von "Salamitaktik", öffentliche Ausschreibungen umgangen wurden.
 
Ihm scheine, so der Grossrat weiter, dass der Umstrukturierungsentscheid getroffen wurde, damit eine kleine Zahl von Beamten, inklusive dem ehemaligen Direktor ad Interim, sich die Mitarbeiter auswählen können, die ihnen entsprechen. Das habe zu einem Klima der Angst im ITA geführt. Angesprochen wird damit Christian Rieder, der nach der vorzeitigen Pensionierung von Philippe Savary vom Juli 2016 bis Ende Februar 2017 das ITA geleitet hat. Seit März amtet Michel Demierre als ITA-Chef.
 
Was, so fragt Ganioz, will der Staatsrat tun, um solchen klientelistischen Praktiken Einhalt zu gebieten? Schliesslich will er wissen, ob sich mit der vom neuen ITA-Direktor vor Gewerkschaftern und einigen Mitarbeitern gemachte Aussage, in der Privatwirtschaft, hätte er die Hälfte der Mitarbeiter entlassen, auch neue Entlassungswelle ankündigt. (vri)