Microsoft fordert erneut eine "Digi­tale Genfer Kon­vention"

Microsofts Chefanwalt Brad Smith nimmt im Software-Konzern eine immer wichtigere Rolle ein. Es lag an ihm heute Mittwoch an der weltweiten Partnerkonferenz Inspire in Washington DC, politische Aussagen zu machen.
 
Smith beklagte, dass es heute Staaten sind, die Firmen und Einzelpersonen im Internet angreifen. Microsoft verfolge solche Angriffe wo immer möglich und setze dazu das Strafrecht ein. So habe man zwei Personen in UK angezeigt.
 
Doch Smith machte auch klar, dass das nicht reiche. Es gehe nicht an, dass Zivilisten in Friedenszeiten von Staaten angegriffen würden. Er erwähnte die Verabschiedung der Genfer Konvention 1949, die Angriffe auf Zivilisten verbietet. Und er wiederholte die Forderungen nach einer digitalen Genfer Konvention.
 
Eine weitere Forderung Smith blieb etwas rätselhaft: "We need to build a Neutral Digital Switzerland". Wo dieser neutrale Raum im Cyberspace sein und wer ihn kontrollieren soll, blieb unklar. Soll Microsoft die Rolle des "Neutral Digital Switzerland" spielen? Und wird man dies dem US-Konzern abnehmen? (Christoph Hugenschmidt, Washington DC).
 
(Der Reporter wurde von Microsoft an die Konferenz eingeladen.)