Seco: Gescheitertes ASAL-Projekt neu ausgeschrieben

Die 24-jährige Uralt-Lösung der Arbeitslosenversicherung soll abgelöst werden.
 
Man erinnert sich: Unter dem Namen ASALneu wurde ein Seco-Projekt abgebrochen, das insbesondere die IT-Lösung für Auszahlungen der Arbeitslosenversicherung (ALV) hätte modernisieren sollen. Mit dem Uralt-System ASAL – Projektbeginn der heutigen Lösung war 1989 – arbeiten bis zum heutigen Tage 1200 bis 1500 Nutzer täglich an 34 Standorten.
 
Die Finanzkontrolle des Bundes EFK beurteilte das IKT-Schlüsselprojekt ASALneu als "missglückten Versuch der Migration einer alten Technologie in eine moderne Technologieumgebung" und nannte den Projekttod im Juni 2015 nachvollziehbar.
 
Daraufhin hatte die ALV angekündigt, einer zentralen EFK-Empfehlung zu folgen: "Basierend auf der überarbeiteten Informatikstrategie ALV wird eine ALV-Zielarchitektur bis Anfang 2017 erarbeitet. Diese umfasst einerseits eine Geschäftsarchitektur und andererseits eine IT-Zielarchitektur. Dieses Vorhaben ist mit der Planung des Projektes ASALfutur abgestimmt."
 
Die Hoffnung der EFK: "Daraus kann eine abgestimmte Informatikarchitektur (Daten, Anwendungen, Infrastruktur) mit Berücksichtigung der Schnittstellen zu anderen Fachgebieten abgeleitet werden."
 
Nun, knapp zwei Jahre nach Projektabbruch, ist man offensichtlich startklar, denn das neu aufgesetzte Projekt ist unter dem Namen ASALfutur im offenen Verfahren ausgeschrieben. Es wird ein Anbieter gesucht, welcher die neue ASAL-Lösung umsetzt, einführt sowie deren Wartung, Support und Weiterentwicklung für fünf Jahre sicherstellt. Referenzen werden dabei nur mit fünf Prozent gewichtet, der Preis hingegen mit 30 Prozent.
 
Wie zeigt sich die Ist-Situation? Ausbauten sind laut der Seco-Ausschreibung nur noch begrenzt möglich, hinzukommt, dass "viele nicht umgesetzte Anforderungen existieren sowie die Ziele der ALV mit der aktuellen Lösung nicht mehr erreicht werden können". Als Option sollen zudem Wartung und Support der bestehenden Komponenten SAP ERP, FileNet und KOFAX offeriert werden.
 
Die EFK hatte in ihrem Bericht für ASALfutur angeregt "wo möglich sollen die bereits erstellten Lieferobjekte wiederverwendet werden". Ob die im gescheiterten Projekt von der damaligen CSC Schweiz - heute DXC Technology - erarbeiteten Objekte dazu taugen, wird sich zeigen. (Marcel Gamma)