Jetzt will auch die Migros einen CDO

Nun drängen Digitalisierungs-Qualifikationen in die Schweizer Teppichetagen. Zahlen zum CDO-Jobmarkt.
 
Vor knapp zwei Monaten hat London die Stelle eines Chief Digital Officer (CDO) ausgeschrieben, der direkt an den Bürgermeister rapportieren soll. Nun sucht auch die Migros-Tochter M-Industrie einen CDO. Ihm soll die Konzeption, Planung und Steuerung der digitalen Transformation für die rund 25 Schweizer und sieben ausländischen Produktionsbetriebe der Migros-Industrie-Gruppe anvertraut werden.
 
Allerdings scheint derzeit noch vieles offen zu sein bei dieser Stelle, die M-Industrie neu schaffen will. Jedenfalls weiss man heute bei Migros noch nicht, an wen der CDO rapportieren und wer direkter Vorgesetzter sein wird. Auch die Fragen, ob er über ein eigenes Budget verfügt, wie gross die von ihm geführte Abteilung sein und mit welchem Teil der Migros-Gruppe die neue Führungskraft zusammenarbeiten wird, will Migros-Sprecher Luzi Weber "zum jetzigen Zeitpunkt" nicht beantworten.
 
Das CDO-Berufsbild ist noch recht jung und entsprechende Bildungsgänge sind zum Teil noch im Aufbau. Entsprechende (Weiterbildungs-) Studiengänge bestehen aber beispielsweise an der Hochschule Luzern (HSLU) und vor einigen Monaten hat auch das Center for Digital Business der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) mit dem Schweizerischen Institut für Betriebsökonomie (SIB) einen CDO-Studiengang vorgestellt.
 
Schweizer Konzerne haben schon CDOs
Interessant ist jedenfalls, dass im letzten Jahr schon 33 Prozent der grossen Schweizer Unternehmen die Digitalisierungsverantwortung einem CDO anvertraut haben sollen. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse von der Strategieberatungssparte von PwC, die sie unter dem Titel "2016 Chief Digital Officer" vorgelegt hat. Auf dem Prüfstand kamen dazu die 2500 weltweit grössten börsenkotierten Unternehmen, 49 von ihnen stammten aus der Schweiz.
 
Demnach liegt die Schweiz bezüglich CDO-Dichte in Europa an fünfter Stelle. Wobei man wissen muss, dass die Jobprofile der CDOs noch stark variierten und 60 Prozent der Befragten erst 2015 und 2016 eingestellt wurden, heisst es bei PwC.

Im übrigen weist laut Studie die Finanzdienstleistungsbranche den höchsten CDO-Anteil aus. 50 Prozent der hiesigen Digitalisierungs-Chefs sind übrigens beim Verwaltungsrat angesiedelt, 38 Prozent haben spezifische Titel, wie "Head of Digital", sechs Prozent stehen im Rang eines Vizepräsidenten und ebenfalls sechs Prozent lassen sich Direktor nennen. Ausserdem wurden 63 Prozent unternehmensintern rekrutiert und unter ihnen beträgt der weibliche Anteil hierzulande gerade einmal 13 Prozent, so die PwC-Studie. (vri)