Office: Miete schlägt Verkauf

Quelle: Microsoft
Microsoft präsentiert starke Quartalszahlen. Die Investitionen der Redmonder in die Cloud zahlen sich aus: Der Azure-Umsatz hat sich verdoppelt.
 
Der US-Konzern Microsoft hat ein starkes viertes Quartal hinter sich. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 23,3 Milliarden Dollar. Der Gewinn hat sich mehr als verdoppelt und betrug im Ende Juni abgeschlossenen vierten Quartal rund 6,5 Milliarden Dollar.
 
Im gesamten Geschäftsjahr 2017 erwirtschaftete Microsoft einen Umsatz von 90 Milliarden Dollar. Dies entspricht einem Wachstum von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Nettogewinn wuchs um 26 Prozent auf 21,1 Milliarden Dollar
 
LinkedIn drückt auf Gewinn
Der Umsatz mit Office Exchange, Dynamics, Share Point sowie Skype und LinkedIn, im Segment Productivity and Business Processes zusammengefasst, wuchs im vierten Quartal um über 20 Prozent. Die Einnahmen mit Office 365 für Unternehmen gingen um 43 Prozent und jene mit Office 365 für Consumer um 13 Prozent nach oben. Erstmals, so Microsoft, sind die Einnahmen mit der Abo-Version der Software höher als die Einnahmen mit Office-Lizenzen. Die Dynamics-Einnahmen kletterten um sieben Prozent nach oben. Das Wachstum ist angetrieben von Dynamics 365 – die Cloud-Version verzeichnete ein Plus von 74 Prozent.
 
Der Gewinn im Segment Productivity and Business Processes ging im letzten Quartal um acht Prozent zurück. Schuld daran ist vor allem LinkedIn. Das Netzwerk hat zwar im vierten Quartal 1,1 Milliarden Dollar Umsatz beigetragen, aber einen Verlust von 0,4 Milliarden Dollar eingefahren.
 
Azure-Umsatz verdoppelt sich
Im Segment Intelligent Cloud fassen die Redmonder neben Azure auch Windows Server, SQL Server, Visual Studio und weitere Enterprise-Services zusammen. Hier stieg der Umsatz um rund elf Prozent. Der Azure-Umsatz habe sich nahezu verdoppelt, schreibt das Unternehmen. Die Server-Produkte und Cloud-Services legten um 15 zu. Die auf Jahresbasis umgerechneten Commercial-Cloud-Einnahmen belaufen
Quelle: Microsoft
sich auf 18,9 Milliarden Dollar und werden im nächsten Fiskaljahr die 20-Milliarden-Dollar-Grenze knacken.
 
Im dritten Segment, More Personal Computing, verzeichnet Microsoft einen Umsatzrückgang von zwei Prozent. Dies sei auf den schwindenden Umsatz mit Smartphones zurückzuführen. Auch der Umsatz mit den Surface-Produkten war leicht rückläufig. Im Grossteil des Quartals verkaufte Microsoft alte Surface-Produkte, die neue Surface-Generation war erst für die letzten rund zwei Wochen des Geschäftsquartals auf dem Markt und die Einnahmen mit Gaming-Produkten gingen ebenfalls leicht nach oben.
 
Reorganisation steht im Raum
Im Rahmen der Microsoft-Partnerkonferz vergangene Woche haben die Redmonder einige Neuerungen angekündigt, wie das Unternehmen künftig mit den Partnern zusammenarbeiten werde. Im Rahmen der Präsentation der Geschäftsergebnise aber ging Microsoft nicht auf diese ein und verlor auch keine Worte zu den jüngsten Berichten über einen Stellenabbau im Konzern, der insbesondere die Sales-Mitarbeitenden betreffen soll. (kjo)