Ransomware-Angriff mit NotPetya belastet Reckitt-Bilanz

Die Cyber-Attacke im vergangenen Monat hat beim britischen Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser Spuren in der Bilanz und im operativen Geschäft hinterlassen. Der für seine Produkte Calgon, Sagrotan und Vanish bekannte Reinigungsmittel-Hersteller sei noch nicht zur Normalität zurückgekehrt, sagte Firmenchef Rakesh Kapoor heute.
 
Zwar laufe die Produktion zum grossen Teil wieder unter Vollauslastung. Aber erst im Lauf des dritten Quartals würden alle Probleme beseitigt sein. Hinzu käme ein sich verschärfender Wettbewerb. Vor dem Hintergrund sei die Jahresprognose ein "ehrgeiziges Ziel", betonte Kapoor.
 
Nachdem Ende Juni der Ransomware-Angriff mit NotPetya die Produktion und Auslieferung lahmgelegte, kassierte der Manager seine Jahresprognose. Das Unternehmen hat offenbar rund 100 Millionen Pfund wegen NotPetya verloren. Statt eines Umsatzanstiegs um drei Prozent peilt Kapoor 2017 nun ein Plus von zwei Prozent an.
 
Von der NotPetya-Attacke waren laut Kaspersky 2000 Firmen und User in Russland, Ukraine, Polen, Frankreich, Italien, Grossbritannien, Deutschland und den USA betroffen. Die Attacke war zuerst in der Ukraine bemerkt worden, sie sollte laut Sicherheitsforschern nicht primär Lösegeld einbringen, sondern Schaden anrichten. Sie könnte auch als Test konzipiert worden sein. (mag / sda)