VRSG-Abraxas-Fusion: Muolen macht mit, Chur aber nicht

Der Churer Stadtpräsident will nicht IT-Investor sein und die Finanzlage der VRSG sei zu kritisch.
 
Die Diskussion um die geplante Fusion von Abraxas und VRSG hat inzwischen die breitere Öffentlichkeit erreicht. Heute begründete der Churer Stadtpräsident Urs Marti gegenüber 'SRF', warum die Stadt seine Aktien im Wert von 250'000 Franken verkaufen wird: "Wir sind als Stadt eher nicht der Meinung als IT-Investoren tätig zu sein", stellte er klar. Laut dem Bericht erklärte Marti, dass die finanzielle Lage der VRSG im Moment zu kritisch sei. Der Aktien-Verkauf ändere aber nichts daran, dass die Stadt weiterhin IT-Dienstleistungen der VRSG nutze.
 
Anders sieht die Situation bei der St. Galler Gemeinde Muolen aus. Dort hat der Gemeinderat soeben mitgeteilt, dass man den Zusammenschluss unterstütze. Muolen gehört zu den kleineren der rund 130 Aktionäre, die ihre zehn bestehenden Namenaktien der VRSG gegen 50 Namenaktien der geplanten Holding "im unveränderten gesamten Verkehrswert von 20'000 Franken" tauschen wollen. Der Gemeinderat sieht Synergie-Effekte und damit auch den Nutzen für die Gemeinde: "Die beiden Unternehmen ergänzen sich ideal und arbeiten seit langem im Interesse ihrer Kunden professionell zusammen".
 
Derzeit keine Auskunft zum Stand der Fusion
Wie Daniel Gahlinger, Mitglied der VRSG-Geschäftsleitung, auf Anfrage erklärt, treffen derzeit laufend Rückmeldungen der Aktionäre ein. Um den laufenden Fusionsprozess nicht zu beeinflussen, könne man aber derzeit nicht sagen, wie viele Aktionäre schon der Fusion zugestimmt respektive sie abgelehnt haben. Man werde jedoch nach dem 30. August – bis dann haben die Aktionäre zur Fusion Stellung zu beziehen – darüber informieren, ob die Fusion zustande gekommen ist. Sollte es dazu kommen, werde VRSG die Aktien der Stadt Chur zurückkaufen. Was mit diesen Aktien dann geschieht, sei derzeit noch offen, darüber werde das fusionierte Unternehmen entscheiden, so Gahlinger.
 
Auch an der GV der VRSG, die letzten Mittwoch in Arbon über die Bühne ging, war die Fusion Thema. Einmal mehr wurde betont, dass VRSG und Abraxas sich ideal ergänzten und der Zusammenschluss die Ertragskraft und die Wettbewerbsfähigkeit beider Unternehmen stärke, wie es in einer Mitteilung heisst: "Der Tenor unter den Aktionären war eindeutig: Es gilt, diese einmalige Chance zu packen". Und Gahlinger unterstreicht heute noch einmal, dass die Fusionspläne von den Aktionären positiv aufgenommen worden seien.
 
Bekannt ist, dass trotz Kritik aus der Zürcher Politik bereits Kleinaktionäre wie Goldach-- und die wichtigsten Aktionäre der zwei Player, die Kantone St. Gallen und Zürich für Abraxas sowie die Stadt St. Gallen für VRSG, der Fusion schon zugestimmt haben. (vri)