Datenleck durch Outsourcing bringt schwedische Regierung ins Schwitzen

Der schwedische Premierminister Stefan Löfven sagte an einer Pressekonferenz, das Land und die schwedischen Bürger seien dem Risiko ausgesetzt gewesen, dass sensible Daten in falsche Hände geraten könnten.
 
Konkret geht es um einen Outsourcing-Vertrag der Verkehrsbehörde mit IBM. Dieser sei unter Missachtung von Gesetzen und internen Abläufen abgeschlossen worden.
 
In Konsequenz hatten ausländische "Techniker" ohne Security-Clearing Zugang zu Daten über Polizei- und Armee-Fahrzeuge erhalten. Diese Angestellten von IBM-Subunternehmen in Tschechien und Rumänien hätten zudem auf Details aus Zeugenschutz-Programmen zugreifen können.
 
Löfven nannte das Leak ein Desaster. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte laut 'Die Zeit' der schwedischen Zeitung 'Dagens Nyheter', das sei so, als würden "die Schlüssel zum Königreich fortgegeben."
 
Die Verantwortlichen sagen laut 'Reuters', es gebe keine Hinweise, dass sensible Daten wirklich in fremde Hände gerieten.
 
IBM Schweden sagt, man äussere sich nicht zu Kundenbeziehungen.
 
Im Januar war die Generaldirektorin der Verkehrsbehörde zurückgetreten und muss eine Busse von 7'000 Euro zahlen. Nichtsdestotrotz drohen Oppositionsparteien mit einem Misstrauensantrag gegen die Regierung Löfven. (mag)