Inländervorrang wegen veralteter RAV-IT kaum fristgerecht umzusetzen

Der Inländervorrang, auf den sich das Schweizer Parlament in Folge der Debatte um die Masseneinwanderungsinitiative geeinigt hat, lässt sich vermutlich nicht wie vorgesehen ab Anfang 2018 umsetzen. Der Grund: Die Regionalen Arbeitsvermittlungsämter (RAV) sind aufgrund veralteter IT nicht dafür gerüstet. Dies hat die 'Sonntagszeitung' am Wochenende aufgedeckt.
 
Firmen müssen künftig Vakanzen in Berufen mit einer Arbeiterlosenquote ab fünf Prozent den RAVs melden. Diese haben dann drei Tage Zeit, um Kandidaten zu empfehlen. Laut Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) müssten so um die 218'000 Stellen gemeldet werden, was in den betreffenden Professionen rund 180'000 mehr sind, als letztes Jahr auf freiwilliger Basis an die Ämter gemeldet wurden. Zwar sollen die RAVs für den anfallenden Aufwand 270 neue Mitarbeiter erhalten, aber dies reiche voraussichtlich nicht: Nicht nur würden die Bewerberprofile nicht automatisiert mit den offenen Stellen abgeglichen, auch die Qualifikationen der potentiellen Bewerber seien in den RAVs zu wenig genau erfasst. Die Folge sei ein enormer Mehraufwand, der durch den Stellenaufbau nicht aufgewogen werden könne, so die 'Sonntagszeitung' mit Verweis auf Arbeitsmarktexperten.
 
Und die Zeitung nennt auch die Kosten, die für die Umsetzung des Inländervorrangs anfallen könnten. Für die Ausbildung der Mitarbeiter und den Aufbau der IT schätze der Bund rund 40 Millionen Franken, kantonale Behörden hingegen würden gar von eher 60 Millionen Franken ausgehen. (ts)