Seco dementiert Bericht über ineffiziente RAV-IT

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat einen Bericht in der Sonntagspresse über ineffiziente Informatikprogramme im Zusammenhang mit der Umsetzung des "Inländervorrang light" zurückgewiesen.
 
Einige der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) sowie rund 1500 private Arbeitsvermittler arbeiteten bereits mit den entsprechenden IT-Systemen, sagte Seco-Direktionsleiter Boris Zürcher heute an einer Telefonkonferenz zur Präsentation der Arbeitsmarktdaten: "Die Programme funktionieren ausreichend, um die Anforderungen der geplanten Stellenmeldepflicht erfüllen zu können".
 
Gleichzeitig räumte Zürcher ein, dass das Seco mit den Kantonen unabhängig von der Umsetzung der Masseinwanderungsinitiative daran sei, ein verbessertes flächendeckendes Informatiksystem für die ganze Schweiz zu evaluieren.
 
Die 'SonntagsZeitung' hatte berichtet, dass den Arbeitsvermittlungszentren Software und Know-how für eine effiziente Personalvermittlung im Zuge des "Inländervorrang light" fehlten. Für die IT-Systeme der Zentren ist das Seco zuständig.
 
Mehraufwand und Personalaufstockung
Zürcher bestätigte indes, dass sich durch den Mehraufwand der Meldepflicht, die per 1. Januar 2018 eingeführt werden soll, der Stellenbestand bei den Vermittlungszentren um rund 270 erhöhen werde. Für die Kantone sei diese Aufstockung eine grosse Herausforderung.
 
Die Vernehmlassung zum Inländervorrang light läuft noch bis September. Um Bewerbern aus der Schweiz bei Stellenbesetzungen einen Vorrang gegenüber Ausländern zu gewähren, müssen Arbeitgeber künftig freie Stellen in Berufen mit einer landesweiten Arbeitslosenquote von mindestens fünf Prozent den Arbeitsämtern melden. Die RAVs haben dann drei Tage Zeit, um den Unternehmen geeignete Kandidaten vorzuschlagen. (sda/ts)