Geht Java EE an eine Open Source-Stiftung?

Oracle denkt darüber nach, wie die Java Enterprise Edition (Java EE) an eine Open-Source-Stiftung übergeben werden könnte. Dies schreibt David Delabassee, Software Evangelist bei Oracle in einem Blogpost. Mit der Übergabe an eine Community wolle Oracle schneller und flexibler auf sich wandelnde Anforderungen der Branche und Technologien reagieren.
 
Der Schritt soll neben agileren Prozessen auch flexiblere Lizenzmodelle und andere Governance-Prozesse ermöglichen, so Delabassee. Das konkrete "was", "wie", "wann" genau, dies solle jetzt mit diversen Stakeholdern diskutiert werden.
 
Damit dürfte Oracle eine Forderung von diversen Kräften erfüllen. John Clingan, Senior Principal Product Manager bei Red Hat, bewertete den Schritt gegenüber 'The Register' als "sehr positiv".
 
Ob die Eclipse Foundation, die Linux Foundation oder die Apache Software Foundation dafür präferiert werden, ist nicht spezifiziert.
 
Dass Oracle Java-EE-Spezifikationen in ein Open-Source-Projekt überführen dürfte, bedeutet in Konsequenz aber nicht, dass Oracle aufhört, Java EE weiter zu entwickeln. "Wir werden existierende Java EE-Implementierungen supporten und künftige Java EE 8 ebenso", betont der Oracle-Mann. "Wir werden uns auch künftig an der Weiterentwicklung beteiligen".
 
In einem weiteren Blogpost adressiert Oracle allfällige Fragen der Nutzer von WebLogic Servern: Einen unmittelbaren Effekt der Open-Source-Überführung gebe es nicht, weder bei Java EE, noch bei Java EE 8. Es werde 2018 neue Releases von WebLogic Servern geben und Oracle investiere in entsprechende Kubernetes/Docker-Cloud Umgebungen.
 
Nicht zuletzt deutet der Blogpost von Delabassee an, dass Java EE 8 nun in Bälde kommt: "Die Spezifikationen sind fast vollständig." (mag)