Nur noch Ergon in Gartners Magic Quadrant für WAF

Im Gegensatz zu den letzten Jahren, erscheinen USP und AdNovum nicht mehr in Gartners Quadrant für Web Application Firewalls. Warum?
 
In den vergangenen Jahren tauchten jeweils Ergon, AdNovum und United Security Provider (USP) in Gartners Magic Quadrant für Web Application Firewalls (WAF) auf. In den Magic Quadrants ordnet Gartner Produkte eines bestimmten Marktsegments als Führer, Visionäre, Herausforderer oder Nischen-Player ein. Die Magic Quadrants sind beliebt, denn sie versprechen potentiellen Kunden einen schnellen Überblick über Stärken und Schwächen eines Anbieters zu bieten.
 
In der 2017-Ausgabe des Magic Qadrant für WAF wird Ergon als einziges Schweizer Unternehmen gelistet. Die Airlock-Suite von Ergon biete neben WAF auch Authentifizierungs- und Identitäts-Management (IAM) und weitere Authentifizierungs-Module, schreibt Gartner. Als Stärken des Zürcher Softwareherstellers nennt Gartner einen kleinen aber treuen Channel, die starke Präsenz im Finanzsektor sowie das gute Kundenfeedback in Sachen Support. Ausserdem lobt Gartner Module wie URL- und Cookie-Verschlüsselung sowie die Access-Management-Funktionen. Es würden aber auch Module fehlen, bemängelt Gartner, darunter etwa Geo-IP-Filtering. Wie auch in den vergangenen Jahren weist Gartner darauf hin, dass die Präsenz von Ergon mehr oder weniger auf die DACH-Region begrenzt sei.
 
Wo sind USP und AdNovum?
Nicht gelistet im Gartner Quadrant sind AdNovum und United Security (USP). Ein Grund dafür sei, dass es bei den Bewertungskriterien in den letzten Jahren eine Verlagerung Richtung Infrastruktur gegeben habe, so Stephan Schweizer, Chief Product Officer Nevis von AdNovum. Hoch gewichtet würden Hardware-Appliances oder Cloud-basierte Ansätze zur Abwehr von DDoS-Attacken. Aufgrund von Kundenbedürfnissen habe sich Nevis in der gleichen Zeit aber mehr in Richtig Consumer IAM entwickelt, etwa mit Funktionen wie User-Self-Services oder Anomalie-Erkennung.
 
Zudem habe der Marktforscher und Unternehmensberater neu das Kriterium "200 Enterprise-Kunden unter Support per Ende Jahr" eingeführt sowie die Umsatzschwelle, die Hersteller mit WAF-Technologie erreichen müssen, angehoben. "Durch das starke Anheben der Kriterien war vorauszusehen, dass die kleinen Niche Player nicht mehr im Magic Quadrant erscheinen sollen", so USP-CEO Michael Liebi. Man habe sich wegen der veränderten Gartner-Kriterien entschieden, in diesem Jahr nicht an der Bewertung teilzunehmen.
 
Wie Liebi weiter erklärt, wachse der WAF-Markt zwar um 20 Prozent, sei aber sehr kompetitiv. Kleinere Player wurden im aktuellen Quadranten von grossen Anbietern wie AWS oder vom 3500 Mitarbeiter zählenden Anbieter Venustech aus China verdrängt. Ausserdem lege Gartner viel Gewicht auf erhaltene Kundenfragen zu bestimmten Herstellern. "Hier haben wir immer wieder festgestellt, dass Organisationen aus dem DACH-Raum untervertreten zu sein scheinen im Gartner-Kundenportfolio", schreibt der USP-CEO. (kjo)