Herren und Dobler in den Vorstand von Economie­suisse gewählt

Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse hat an seiner gestrigen Versammlung neue Vorstandsmitglieder gewählt. Während Präsident Heinz Karrer für eine weitere Amtszeit gewählt wurde, kam es Vizepräsidium zu zwei Wechseln. Patrick Odier und Christoph Mäder waren zurückgetreten, ihre frei gewordenen Sitze übernehmen Bernard Rüeger und Gottlieb A. Keller. Rüeger präsidiert die Handelskammer Waadt, Keller ist Präsident des Vorstands des Branchenverbandes Scienceindustries und Vizepräsident der Handelskammer Deutschland-Schweiz.
 
Zudem übernimmt Rolf Dörig, Präsident des Schweizerischen Versicherungsverbands (SVV), die Nachfolge von Urs Berger als Quästor. Ebenfalls neu im Vorstandsausschus nehmen Swisscom-Geschäftsleitungsmitglied Heinz Herren und Swatch-Konzernleitungsmitglied Thierry Kenel Einsitz.
 
Dörig, Herren und Kenel wurden gemeinsam mit neun weiteren Persönlichkeiten neu in den grossen Vorstand gewählt. Unter den neuen Mitgliedern finden sich unter anderem ICTswitzerland-Präsident und Nationalrat Marcel Dobler, SIX-Verwaltungsratspräsident Romeo Lacher und Ems-Chemie-Chefin und Nationalrätin Magdalena Martullo. Ebenfalls neu dabei ist Reto Savoia, der als stellvertretender CEO das Neumitglied Deloitte Schweiz vertritt.
 
"Ohne 5G verliert Wirtschaft bei Digitalisierung Anschluss"
An der Versammlung wurde das Anfang Woche präsentierte Papier zum Thema Digitalisierung behandelt. In Genf wurde die Debatte weiter vertieft, schreibt Economiesuisse.
 
Martin Vetterli, Präsident der ETH Lausanne, unterstrich die Chancen für den Innovationsstandort Schweiz. Die EPFL reagiere nahezu im Jahresrhythmus mit neuen Bildungsangeboten, beispielsweise zu Computational Thinking, das 2018 als neuer Pfeiler in der Ausbildung etabliert werde. Defizite ortet er aber beim verfügbaren Risikokapital, vor allem für Startups oder bei der IT-Ausbildung in der Schule, die viel früher einsetzen sollte.
 
Bundespräsidentin Doris Leuthard habe in ihrer Grussbotschaft daran erinnert, dass es die Schweiz immer geschafft habe, "die Neugier, die Innovationskraft und die Begeisterung der Unternehmer und Forschenden zu wecken", so die Mitteilung. Aber ohne rechtzeitige Umstellung auf die nächste Mobilfunkgeneration 5G drohen Unternehmen bei der Digitalisierung ins Hintertreffen zu geraten, mahnte sie. Sie gibt der Schweiz vier Jahre Zeit dafür.
 
Präsident Karrer betonte daneben, dass die Digitalisierung hohe Flexibilität aller bei allen Beteiligten erfordere. Er appellierte an die Politik, nicht mit voreiligen Regulierungen die dafür nötigen Freiräume zu beschneiden. (kjo/sda)