Lehrplan 21: Engadin will Vorbild für Informatik-Unterricht werden

Zehn Engadiner Gemeinden, darunter Samedan und Schuls, wollen zum Vorbild für digitale Bildung im Kanton Graubünden werden, dies schreibt das 'Bündner Tagblatt am Wochenende'. Koordiniert vom Projekt "Mia Engiadina" wollen sich die Engadiner nicht mit der Umsetzung des Lehrplan 21 und den darin eingeplanten Stunden Informatikunterricht begnügen.
 
Der Lehrplan 21 ist der neue, gemeinsame Lehrplan für die Deutschschweizer Volksschule und wurde auch vom Kanton Graubünden inklusive Lektionentafeln (PDF) genehmigt. Für Informatik sind in Graubünden nur eine bis zwei Stunden, je nach Stufe, vorgesehen, also weniger als für Theater oder Zeichnen. "Das Thema Medien und Informatik soll die Kinder stufengerecht vom Kindergarten bis zur dritten Sek begleiten", wird Jon Erni von Mia Engiadina zitiert.
 
Klappt dieser Plan, so würden rund 1400 Kinder den Unterricht besuchen können.
 
Als technologische Grundlage müssen 24 Schulhäuser in den zehn Gemeinden des Projektperimeters vernetzt werden. "Das bedeutet einen Glasfaseranschluss und damit schnelles Internet für jede Schule sowie WLAN in den Klassenzimmern, in denen dezentrale Infrastrukturen vorgesehen sind".
 
Ganz neu sollen zentrale Lernumgebungen in regionalen Kompetenzzentren entstehen, als Standorte sind die Academia Engiadina in Samedan, das Lyceum Alpinum in Zuoz und das Hochalpine Institut in Ftan im Fokus.
 
Und die Lehrer sollen nicht als Bremser fungieren, sondern individuell gefördert werden, um das nötige Informatikwissen zu haben und die didaktischen Hilfsmittel einsetzen zu können. Genauere Details des Lehrinhalts oder zu den Lehrplan-21-konformen Lehrmittel (die noch rar sind) sind noch nicht publiziert worden.
 
Der Zeitplan hingegen ist bekannt: Bis November sollen die Anträge an die politischen Entscheidungsträger gemacht werden. "Wenn alles klappt, erfolgt bereits in den Monaten Dezember 2017 bis Juni 2018 die Umsetzung mit den interessierten Gemeinden und Regionen", lässt sich Jon Erni zitieren. "Den teils begeisterten Reaktionen in Zernez nach zu urteilen, ist dieser aber durchaus realistisch", glaubt der Zeitungsjournalist. (mag)