Die ersten Eckpfeiler der neuen Zürcher IT-Strategie stehen

Eine kantonale IKT-Strategie wird erst 2018 verabschiedet. Aber der Zürcher Regierungsrat hat erste Eckpfeiler der künftigen IT-Organisation und -Führung festgelegt.
 
Sowohl der externen Dienstleister BDO als auch die Geschäftsprüfungskommission (GPK) kritisierten die IT-Führung und -Organisation des Kantons Zürich scharf. Die Umsetzung der IKT-Strategie von 2008 sei gescheitert, so BDO, und bei der Steuerung gebe es ein fehlendes Bewusstsein oder vernachlässigte Verantwortung, so die GPK. BDO wurde von der Zürcher Regierung mit der Überprüfung der kantonalen Informatik beauftragt. Die Ergebnisse wurden Ende 2016 in einem 400 Seiten starken Bericht publiziert.
 
Nun hat der Regierungsrat die Verabschiedung einer neuen IKT-Strategie nochmals nach hinten geschoben. Sie soll erst im Frühjahr 2018 vorliegen, statt, wie es erst kürzlich hiess, Ende 2017. Ein Grund ist eine breite Variantendiskussion, wie aus dem Protokoll der gestrigen Regierungsratsitzung hervorgeht.
 
An seiner Sitzung hat der Regierungsrat aber Eckpfeiler für die künftige Gestaltung der kantonalen IT festgelegt. "Strategische Steuerung der IKT durch den Regierungsrat", so ein Eckpfeiler. In einem neu zu bestimmenden strategischen Steuerungsgremium werden mehrere Mitglieder des Regierungsrates vertreten sein. Das Gremium soll auch die strategische Steuerung der Digitalisierung der Verwaltung übernehmen, schreibt der Regierungsrat.
 
Zentrale Grundversorgung, mit einem "aber"
Zweitens, soll die IKT-Grundversorgung der kantonalen Verwaltung zentral erbracht werden. Teil dieser Grundversorgung wird der IT-Arbeitsplatz, insbesondere Hardware, Standardsoftware, Drucker und Support. Geräte sollen in Form einer Flottenpolitik bereitgestellt werden. Diese zentrale Stelle zu etablieren, werde mehrere Jahre dauern und werde auch unter Berücksichtigung der ordentlichen Erneuerungen des IT-Arbeitsplatzes erfolgen.
 
Wie es weiter heisst, kann der Regierungsrat Organisationseinheiten jedoch vom zentralen Bezug des IT-Arbeitsplatzes befreien und unter Zustimmung des Regierungsrates können andere interne Stellen mit der Erbringung von Betriebsleistungen beauftragt werden.
 
Als dritten Eckpfeiler nennt der Regierungsrat die Fachapplikationen. Die Verantwortung für diese soll weiterhin bei den Direktionen und der Staatskanzlei liegen. Wir erinnern uns: BDO kritisierte im Ende 2016 erschienen Bericht, dass wesentliche Voraussetzungen für eine systematische, wirtschaftliche und koordinierte Entwicklung und Beschaffung von Anwendungen kaum oder gar nicht erfüllt werden oder verbindlich vorgeschrieben sind. Auch gibt es kein zentrales Anwendungsinventar: Im Bericht wurde von 1000 bis 5000 Fachanwendungen gesprochen, die im Kanton im Einsatz sind. Eine genauere Angabe sei wegen unvollständiger Inventare und einer uneinheitlichen Verwendung des Begriffs "Anwendung" nicht möglich.
 
Die Rechenzentren bilden den letzten Eckpfeiler. Der Kanton Zürich soll in Zukunft für intern betriebene Services nur noch über zwei RZ-Standorte verfügen. Das Vorgehen wird mit einem separatem Regierungsratsbeschluss festgelegt, geht aus dem Protokoll hervor. (Katharina Jochum)