Komitee will FTTH im ganzen Kanton Zürich erzwingen

Mittels Volksinitiative sollen Elektrizitätswerke veranlasst werden, in den nächsten sieben Jahren flächendeckend Glasfaser zu bauen.
 
Eine kantonale Volksinitiative soll für die flächendeckende Sicherstellung von Glasfaseranschlüssen im ganzen Kanton Zürich sorgen. Ein sechsköpfiges Komitee von Digitalisierungs-Antreibern hat einen entsprechenden Vorstoss lanciert. Heute startet das Komitee die Unterschriftensammlung. Das Geld für die Kampagne soll nach der vorläufigen Eigenfinanzierung von grossen Providern und Firmen kommen.
 
Die Erschliessung mittels Fiber-to-the-Home (FTTH) sei zwingend notwendig, damit der Wirtschaftsstandort Zürich in einem immer stärker werdenden digitalisierten Umfeld wettbewerbsfähig bleibe, teilte das Komitee mit. Der Kanton sei der Wirtschaftsmotor der Schweiz und brauche den "klaren und nachhaltigen Standortvorteil". Ausserdem solle mit der Initiative "Glasfasernetz für den Kanton Zürich" die Zweiklassengesellschaft des Internetzugangs zwischen Stadt und Land verhindert werden.
 
Auf der Website der Initianten wird unter dem Motto "Swisscom setzt auf Kupferleitungen" der grosse Telco attackiert: Dieser "setzt auf veraltete FTTS-Technologie (Glasfaser auf Strassenebene) und bringt kein Glasfaser-Internet in Ihr(e) Haus/Wohnung – preist dies aber als 'Glasfasertechnologie' an", schreiben die Initianten. Rund 300'000 Anschlüsse von Privaten und Gewerbe seien im Kanton noch nicht mittels FTTH erschlossen, erklären die Initianten gegenüber inside-it.ch in einem Telefongespräch.
 
Der Regierungsrat wird aufgefordert, die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) zu verpflichten, ein flächendeckendes Glasfasernetz bis in die Haushalte in den nächsten sieben Jahren in ihrem Versorgungsgebiet zu erstellen.
 
Das Komitee und die Finanzierung
Das sechsköpfige Initiativ-Komitee besteht aus Fredy Künzler, SP-Gemeinderat Winterthur und CEO von Init7; Martina Lattmann, SP Elgg-Hagenbuch und System-Ingenieurin; Pascal Meier, Head Digital Search & Optimization bei UBS sowie Dozent an der HSG und der HSLU; Roman Desponds, Head of Digital Business bei Navyboot; Jonas Meier, Systemadministrator bei FutureLab; sowie Peter Vollenweider, BDP-Gemeinderat in Illnau-Effretikon und VR-Mitglied von Agiba IT Services.
 
Die Vorfinanzierung sei vom Initiativkomitee privat gewährleistet worden, so Roman Desponds. Man habe nun aber Provider angeschrieben und einen Spendenaufruf gestartet. Zudem stehe man mit Grossfirmen in Kontakt, als Beispiel nennt Desponds Google. (ts/sda)