Crealogix kauft Technologie von Spracherkennungs-Startup Koemei

Seit heute ist auf der Website des Westschweizer Startups Koemei zu lesen: "Koemei was acquired by Crealogix". Das stimmt so allerdings nicht ganz: Crealogix hat die Assets des Startups gekauft und wird dessen Technologie ab Herbst 2017 in seine Produktepalette aufnehmen. Auch kleinere Kunden von Koemei würden weiterbetreut, diese wollen aber laut Crealogix nicht genannt werden. Die Mitarbeiter des Jungunternehmens wurden nicht übernommen, sagt eine Sprecherin des Digital-Banking- und E-Learning-Spezialisten auf Anfrage von inside-it.ch. "Unseres Wissens beschäftigt Koemei keine Mitarbeitenden mehr", das Startup würde sich auf die Verwaltung der Rechte beschränken.
 
Koemei, ein Spin-Off des EPFL-Partnerinstituts Idiap Research Institute, hat eine auf Machine Learning basierende Speech-to-Text-Lösung entwickelt. Mit deren Hilfe sollen Audio- und Videoinhalte automatisiert in Textdaten umgesetzt und für Analytics verwendbar gemacht werden. Dank AI-Tools und Natural Language Processing (NLP) würden die Texte analysiert und die Inhalte gemäss vordefinierten Taxonomien und Themen automatisch klassifiziert sowie nach Schlüsselbegriffen mit Tags versehen, verspricht Koemei.
 
Mit der Integration in die Produktepalette von Crealogix könnten die ständig wachsenden Datenmengen für die User schneller verwendbar gemacht werden, verspricht das Unternehmen in einer Mitteilung. Man würde nun die Funktionen mit Konzeptsuche, Inhaltsanalytics und Statistiken den Anforderungen seiner Kunden anpassen. In einem ersten Schritt werde die Technologie in den Swiss Learning Hub integriert, um sie dann in einem zweiten Schritt auf die Banking-Palette auszudehnen. Zugleich werde eine deutsche Version der Lösung entwickelt und die französische und englische Sprachadaption weiter ausgearbeitet, so Crealogix.
 
Die Universität Genf hat bereits rund 5'000 Stunden Vorlesungen mit der Technologie aufbereiten lassen. Studenten könnten nun nicht nur Vorlesungen nach Stichworten suchen, sondern in den Videos direkt an die betreffenden Stellen springen.
Über die Höhe der Transaktion wollte sich Crealogix nicht äussern. (ts)