Luzerner Startup lanciert Robo-Schuldeneintreiber

Das Startup Tilbago hat eine Software für Online-Betreibungen lanciert. Die Robo-Inkasso-Lösung soll automatisch den Fortschritt jeder Betreibung überwachen und falls notwendig ohne Zutun des Gläubigers Aktivitäten einleiten, verspricht das Luzerner Unternehmen auf seiner Website. Vom Betreibungsbegehren über die Pendenzenverwaltung bis zur Bewirtschaftung von Verlustscheinen biete die Lösung alles aus einer Hand.
 
Mit dem Robo-Dienst habe man auch ohne Expertenwissen einen Überblick über gesetzliche notwendige Aktivitäten, die Zuständigkeit von Betreibungsämtern sowie gesetzlich vorgeschriebene Fristen. Habe man einmal die notwendigen Angaben erfasst, starte Tilbago das Betreibungsverfahren und informiere über den Stand. Ausserdem melde das Robo-Inkasso, wenn man selber aktiv werden muss – was etwa der Fall ist, wenn der Schuldner einen Rechtsvorschlag erhebt oder wenn eine Rechnung beglichen wird. Grundsätzlich laufe aber alles automatisiert und man müsse nicht aktiv auf die Applikation zugreifen, sondern werde von dieser selbständig Informiert, sagt David Fuss, CEO von Tilbago, auf Nachfrage von inside-it.ch.
 
"Mit dem Robo-Inkasso von Tilbago gibt es für Kunden keinen Grund mehr, das Einfordern unbezahlter Rechnungen an teure Inkassobüros zu delegieren", so Fuss in einer Mitteilung.
 
Gehostet wird der Dienst in einem Rechenzentrum von PostFinance, welche eine Minderheitsbeteiligung an Tilbago hält. Man müsse keine Software installieren und könne von überall mittels Webbrowser darauf zugreifen, so das Startup.
 
Bezahlt wird der Dienst von Tilbago pro Fall – beginnend mit 33 Franken für einen Fall und zunehmendem Mengenrabatt. Der erste Fall pro Kunde ist indes kostenlos, ebenso sind für Kunden Betreibungsauskünfte gratis. In beiden Fällen bleiben aber natürlich die Gebühren der Betreibungsämter zu bezahlen. (ts)