Kommt in San Francisco eine Robotersteuer?

Jane Kim, Mitglied des elfköpfigen Board of Supervisors der Stadt San Francisco – eine Art Stadtparlament – setzt sich für die Einführung einer Robotersteuer ein. Nachdem sie mit Experten diskutiert habe, habe sie sich dazu entschlossen, eine Kampagne zu starten, um eine entsprechende Regelung einzuführen, erklärte sie gegenüber 'abcnews'. Ob ihre Kampagne Chancen auf Erfolg hat, ist gegenwärtig noch kaum abzuschätzen.
 
"Ich glaube, dass Automation eines der grössten Treiber für Einkommensungleichheit sein wird," sagt Jane Kim. Automation sei "nicht inhärent schlecht, aber sie wird Vermögen konzentrieren und die Ungleichheit verschärfen, wenn wir uns nicht jetzt darauf vorbereiten." Und es würde Sinn machen, findet Kim, wenn die Stadt, die im Zentrum der technologischen Disruption liegt, auch die Führung dabei unternimmt, ihre Folgen im Griff zu halten.
 
Wie sie sich eine solche Robotersteuer vorstellt, ist dem Artikel zudem nicht zu entnehmen. Microsoft-Gründer Bill Gates hat sich Anfang Jahr für eine solche Steuer ausgesprochen. Ihm schwebt laut 'Fortune' vor, dass Unternehmen Steuern zahlen müssten, wenn sie einen Menschen durch einen Roboter ersetzen. Die Höhe der Abgabe sollte dem entsprechen, was der Angestellte und die Firma zuvor zusammen an Steuern und Sozialabgaben entwickeln müssten.
 
Gates hofft vor allem, dass eine solche Steuer das Tempo der Automatisierung bremsen würde, so dass Angestellte, deren Jobs bedroht sind, mehr Zeit dafür hätten, sich für andere Berufe umzuschulen. Jane Kim würde das eingenommene Geld laut 'Fortune' verwenden, um Entlassenen zu helfen und möglicherweise eine Art garantiertes Grundeinkommen für alle zu finanzieren.
 
In der aufkommenden Roboterindustrie hat die Idee einer Robotersteuer dagegen wohl kaum Freunde. William Santana Li, CEO des Security-Roboterherstellers Knightscope, nennt sie gegenüber 'abcnews' "absurd". Seine Roboter würden menschliche Wachleute nicht ersetzen, sondern sie hauptsächlich bei manuellen Arbeiten entlasten. So könnten sie sich auf verantwortungsvollere Tätigkeiten konzentrieren, zum Beispiel einen ganzen Robotertrupp zu managen. Dadurch würden sie danach eher mehr verdienen. Ausserdem sei von seinen Kunden nur eine winzige Minderheit daran interessiert, menschliche Angestellte durch Roboter zu ersetzen. (hjm)