Schweizer Fintechs schneiden in Europa schlecht ab, aber…

Am 27. September werden in Brüssel die "European Fintech Awards 2017" verliehen. Eines steht jetzt schon fest: Die Schweiz wird schlecht abschneiden. Unter den insgesamt 27 Finalisten in neun Kategorien befindet sich gerade mal ein hiesiges Fintech: Carbon Delta. Das Zürcher Jungunternehmen analysiert die Klimaveränderungen und deren Auswirkungen auf börsenkotierte Unternehmen sowie deren Resilienz.
 
Letztes Jahr schafften es mit Knip und Qumram noch zwei Schweizer Fintechs auf die oberste Stufe der Siegertreppchen, das erste in der Jury-Wertung, das zweite auf der Basis einer Publikumsabstimmung.
 
Knip wurde mittlerweile an das niederländische Vergleichsportal Komparu verkauft und stand darum in der Länderkategorie Niederlande zur Wahl. Ebenso in dieser Kategorie gelistet ist Qumram. Warum weiss auch Qumram-CEO Patrick Barnert nicht, wie er auf Anfrage von inside-it.ch mitteilte. Man habe sich dieses Jahr nicht aktiv um den Wettbewerb bemüht, da der Ertrag den Aufwand nicht aufwiege.
 
Schon unter die Top 100, die nach Angaben von European Fintech Awards von 35'000 Fintech-Fans sowie einer Expertenjury ausgewählt wurden, schafften es dieses Jahr lediglich drei Schweizer Fintechs. Neben Carbon Delta die welsche Jungfirma Netguardians und die Tessiner Trendrating. Damit liegt die Schweiz gleichauf mit Frankreich… und Estland. Zum Vergleich: 31 Firmen aus den Niederlanden konnten sich unter den Top 100 der europäischen Fintechs platzieren.
 
Etwas relativieren muss man die Zahlen allerdings: Aus der Schweiz standen gerade mal neun Fintechs zur Auswahl, während weit über 250 niederländische Finanz-Startups antraten.
 
An der Preisverleihung werden nach Eigenangaben 500 Führungskräfte erwartet. Partner des Anlasses sind unter anderem Accenture und die Bank Société Générale. (ts)