Oracle: Ellison lanciert Preiskampf gegen AWS

Oracles Gründer und gegenwärtiger Cheftechnologe Larry Ellison hat gestern in einer Rede in San Francisco eine neue Strategie angekündigt, mit der der Datenbankriese dem Hauptkonkurrenten Amazon im Cloud-Geschäft kräftig Marktanteile abjagen will. Letztendlich verspricht Ellison potentiellen Kunden, dass sie durch die Benutzung der Oracle-Cloud deutlich billiger wegkommen als bei Amazon Webs Services (AWS).
 
Das Vorgehen soll aber bei den beiden Angebotsebenen Infrastructure-as-a-Service (IaaS) und Platform-as-a-Service (PaaS) unterschiedlich sein. Und es handelt sich nicht um einen klassischen Preiskampf zwischen direkt vergleichbaren Angeboten.
 
Im IaaS-Bereich wird Oracle laut Ellison in Zukunft allerdings seine Preise für Storage und Compute den Listenpreisen von AWS zumindest anpassen. Gleichzeitig, so behauptet er, sei Oracles Infrastruktur deutlich schneller bei der Abarbeitung von Workloads. Die Schlussrechnung soll also für die Kunden tiefer sein.
 
Im Bereich PaaS (Datenbank-, Middleware-, Analytics-Services und ähnliches) sollen dagegen die von Oracle beigesteuerte Automationssoftware den Arbeitsaufwand und damit die Kosten beim Kunden selbst deutlich senken.
 
Das Ziel, so Ellison, sei letztlich in beiden Bereichen das Gleiche: "Wir wollen einen Punkt erreichen wo wir garantieren können, dass die Gesamtkosten um 50 Prozent sinken, wenn man eine Workload von Amazon zu Oracle verschiebt."
 
Der Knackpunkt für Oracle dürfte sein, ob die Kunden dies glauben. Schliesslich hat die Ellison-Company nicht gerade den Ruf eines Billiganbieters. Und während das Versprechen, sich den AWS-Preisen für IaaS anzupassen, fassbar ist, werden Kunden die versprochenen Preisvorteile durch schnellere Infrastruktur beziehungsweise bessere Automation wohl jeweils erst im Nachhinein verifizieren können. (hjm)