Swisscom baut Handels­register auf Blockchain-Basis

Daniel Haudenschild wechselte von EY zu Swisscom.
Heute gibt Swisscom die Gründung der Blockchain-Tochter bekannt und verrät ein paar Details zu Projekten.
 
Swisscom hat heute die Gründung der Tochtergesellschaft Swisscom Blockchain AG bekannt gegeben. Das Unternehmen wird vom ehemaligen EY-Manager Daniel Haudenschild geleitet, wie inside-it.ch exklusiv berichtete. Swisscom hält mit 70 Prozent die Mehrheit am Unternehmen, 30 Prozent sind im Besitz der Gründungspartner, schreibt der Telco heute in einer Mitteilung.
 
Das neue Unternehmen hat seinen Sitz in der Konradstrasse in Zürich. Zum Team gehören sowohl Swisscom-Mitarbeitende, die in den nächsten Wochen zur Tochter wechseln, als auch ehemalige EY-Angestellte, die unter anderem Erfahrung aus dem Blockchain-Umfeld mitbringen. Das Team um Haudenschild habe bei EY unter anderem dafür gesorgt, dass beim Beratungsunternehmen Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptiert werde, schreibt Swisscom.
 
Verwaltungsratspräsident der Blockchain-Tochter ist Robert Gebel, Leiter Banking & Industries bei Swisscom. Er stiess Anfang 2014 als Leiter Business Development im Bereich Enterprise Customers zum Telco. Zuvor leitete er mehrere Jahre lang Axpo Informatik.
 
Plattform für Entwickler
Swisscom stelle Entwicklern eine Infrastruktur zur Verfügung: Auf einer Plattform können Pilotprojekte und sogenannte Minimal Viable Products (MVP) umgesetzt werden. Dieselbe Plattform könne für produktive Lösungen auch auf hochverfügbarer, sicherer Infrastruktur angelegt werden, wie sie Swisscom für Kundenbanken einsetzt, so die Mitteilung weiter. "Die Kombination von Beratung, Entwicklungskompetenz und Blockchain-Infrastruktur ist in der Schweiz bisher noch einmalig", kommentiert Gebel.
 
Handelsregister auf Blockchain-Basis
Aktuell arbeite man an Projekten, die im Bereich Gesundheitswesen, Versicherungs- und Bankenwesen neue Wege der dezentralen, vernetzten Zusammenarbeit ermöglichen sollen. Im Rahmen von Digitalswitzerland arbeite Swisscom an einem Handelsregister-Prototypen auf Basis einer Blockchain. Damit solle die Unternehmensgründung digitalisiert werden.
 
Ein weiteres Projekt drehe sich um eine digitale Aktie, die ausserhalb der Börse gehandelt werden könne. Sollte sich diese C-Share genannte Lösung dereinst durchsetzen, habe sie das Potenzial, den Unternehmen neue Finanzierungsquellen zu erschliessen.
 
Zudem will Swisscom Blockchain bei Initial Coin Offerings (ICOs) helfen. Bei dieser Finanzierungsquelle erhalten Investoren virtuelle Währungen, die sie berechtigen, an künftigen Einnahmen zu partizipieren oder Dienstleistungen zu nutzen. Die Schweiz sei ein gutes Umfeld für diese neue Finanzierungsquelle. Zusammen mit spezialisierten Partnern aus dem Finanz- und Rechtsbereich könne man zu einer sicheren Abwicklung der Transaktionen beitragen, glaubt Swisscom. (kjo)