Postfinance lagert Dokumenten­verarbeitung aus

Postfinance hat mit der Umsetzung eines umfangreichen Spar- und Umbauprogramms begonnen. Die Bank will in den nächsten Monaten die Bearbeitung von Dokumenten und Belegen outsourcen, die Kontaktzentren zusammenlegen und die Bürofläche reduzieren. Die Änderungen haben einen Stellenabbau zur Folge.
 
Insgesamt will Postfinance 45 Stellen in denjenigen Bereichen streichen, die von der Digitalisierung und Automatisierung besonders stark betroffen sind, wie Postfinance-Sprecher Johannes Möri auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'sda' sagt. Es ist unser Ziel, dass der Abbau durch natürliche Fluktuation und vorzeitige Pensionierungen durchgeführt werden kann", sagt Möri.
 
Zudem werden 120 Mitarbeitende ausgelagert, die für die Bearbeitung von Dokumenten und Belegen zuständig sind. Anstatt bei Postfinance sollen diese Beschäftigten ab dem 1. März 2018 bei der Post-Tochter Swiss Post Solutions (SPS) angestellt sein. "SPS bietet für diese Angestellten gute Zukunftsaussichten", sagt Möri dazu.
 
Die Gewerkschaft Syndicom kritisiert das Outsourcing. "Wir werden keinerlei Auslagerung oder das herumschieben von Mitarbeitenden in der Schweiz akzeptieren", sagt Gewerkschafter Roland Lamprecht zur Boulevardzeitung 'Blick', die zuerst von dem Abbau berichtete. Die Gewerkschaft fürchtet, dass sich mit der Verlagerung die Löhne und die Arbeitsbedingungen verschlechtern. Die Angestellten der SPS unterstehen einem anderen, gemäss Syndicom "deutlich schlechteren" Gesamtarbeitsvertrag. Postfinance habe den Angestellten den Besitzstand nur für ein Jahr garantiert, sagt Lamprecht.
 
Die Gewerkschaft will diese Auslagerung vor allem auch darum bekämpfen, weil sie darin ein Modell für die Zukunft sieht. "Wenn sich Postfinance damit durchsetzt, wird das nur der Anfang sein", sagt Lamprecht. Denn die Postbank habe viele Arbeitsplätze, die durch die Digitalisierung unter Druck kommen werden.
 
Eine weitere Anpassung betrifft die Kontaktzentren. Postfinance schliesst die Zentren in Kriens LU, Münchenstein BL und St. Gallen. Deren Aufgaben sollen künftig die Kontaktzentren in Zofingen AG respektive Netstal GL übernehmen, die dafür den Personalbestand aufstocken. Von dieser Verlagerung sind insgesamt rund 160 Angestellte betroffen, denen Postfinance in Zofingen und Netstal eine Stelle anbietet. (sda/kjo)