Schweizer Digitaltag: Drei Bundesräte für die Digitalisierung

SBB-CEO Andreas Meyer, Moderator Iso Rechsteiner, Post-Chefin Susanne Ruoff und Ringier-CEO sowie Digitalswitzerland-Initiant Marc Walder. Bild: ts
Auf Initiative von Digitalswitzerland findet am 21. November 2017 der erste Schweizer Digitaltag statt. Rund 40 Unternehmen, Hochschulen und Institutionen sollen der Bevölkerung in allen Landesteilen zeigen, was Digitalisierung heute und in Zukunft bedeutet, schreibt die Standortinitiative in einer Mitteilung. "Wir wollen die Digitalisierung erlebbar machen", sagte Digitalswitzerland-Initiant Marc Walder vor den Medien.
 
Digitalisierung ist Chefsache: Bundespräsidentin Doris Leuthard (CVP) sowie die Bundesräte Johann Schneider-Ammann (FDP) und Alain Berset (SP) werden am ersten Schweizer Digitaltag unterwegs sein und Veranstaltungsorte besuchen, so Walder. Leuthard und Schneider-Ammann sollen in Zürich präsent sein, Berset in der Westschweiz.
 
Zürich, Genf, Lugano, Chur und der Rest der Schweiz
Dreh- und Angelpunkt des Digitaltags wird der Zürcher Hauptbahnhof. Doris Leuthard soll in einem "digitalen Eisenbahnwagen" von Bern nach Zürich gefahren werden. Im HB wir sie den Digitalisierungstag eröffnen und ein durchmoderiertes Tagesprogramm einleiten. Firmen und Institutionen werden hier Beispiele für die Digitalisierung zeigen und zum Ausprobieren von digitalen Lösungen einladen. Dazu wird eine Themenwelt in der grossen Halle eingerichtet, die sich in die Bereiche Bildung & Arbeit, Gesundheit, Medien, Mobilität, Technologie & Innovation sowie Virtual Reality gliedert.
 
Aber auch in den Bahnhöfen Genf, Lugano und Chur sowie dezentral in teilnehmenden Unternehmen und Institutionen sollen Events stattfinden. So sagte etwa Post-CEO Susanne Ruoff am Medienanlass, dass die Post Paket- und Verteilzentren öffnen will, damit Besucher Einblicke in Prozesse und Veränderungen von Jobs gewinnen können. Mit von der Partie sind unter anderem ABB, Accenture, Coop, CS, die ETHs, Google, Migros, Ruag, SRF, Swiss, Swisscom und UBS.
 
Zu den Kosten äusserte sich Digitalswitzerland auf Nachfrage nicht. Die Auslagen für die Projekte und Veranstaltungen würden von den Partnern selbst getragen, zudem würde der Tag erst durch die Infrastruktur von Swisscom, SBB und SRG möglich, so Iso Walder, Kommunikationsverantwortlicher des Digitaltages zu inside-it.ch.
 
HB Zürich: Zum digitalisiertesten Bahnhof der Welt
Der Hauptbahnhof Zürich steht nicht zufällig im Zentrum: Einerseits wegen der grossen Pendlerströme, die den Bahnhof durchqueren, andererseits wegen der Anstrengungen, die unternommen werden, um den Bahnhof aufzurüsten.
 
"Wir wollen den Zürcher HB zum digitalisiertesten Bahnhof der Welt machen", sagte SBB-Chef Andreas Meyer. Er sprach damit auf die Perron-Anzeigetafeln an, aber auch auf die Läden und Take-Aways, die auf automatisierte Übergaben der gekauften Waren hinarbeiten, um so Kunden schneller bedienen zu können.
 
"Der Digitalisierung freien Lauf lassen"
Die von Digitalswitzerland mandatierte Projektleiterin Verena Vonarburg, Head of Public Affairs bei Ringier, sagte: "Es ist europaweit einzigartig, dass eine so grosse Koalition eine solche Veranstaltung für die Bevölkerung organisiert." Am Ende sollen die Besucher wissen, was die Digitalisierung für sie selbst und für die Schweiz bedeutet und welche Chancen sie bietet. "Sie sind Zeugen einer historischen Epoche, für welche die Schweiz hervorragende Voraussetzungen mitbringt", sagte Initiant Walder. Regulieren soll man hier so wenig wie möglich, man müsse der Digitalisierung "mehr oder weniger freien Lauf lassen", so der Vertreter von Digitalswitzerland.
 
Auf der Website des Digitaltags ist das aktuelle Programm einsehbar. Es würden noch "sehr viele Veranstaltungen" dazu kommen, verspricht Vonarburg. (Thomas Schwendener / sda)