Microsoft mit zahl­reichen Moderni­sierungen an der Ignite

Diverse Neuheiten und Erweiterungen zeigt Microsoft an seiner jährlichen Tech-Messe Ignite. Hier eine Zusammenfassung.
 
Die noch bis zum 29. September laufende jährliche Messe für die diesmal rund 25'000 angereisten Geschäftskunden in Orlando nutzt Microsoft für die Präsentation von Novitäten. Unter anderem geht es darum wie Cloud-Computing, künstliche Intelligenz (KI) und Mixed Reality in die eigenen Produkte integriert werden. Im Zentrum stehen die kommerziellen Geschäftsbereiche Office 365, Windows 10, Microsoft Azure, Dynamics 365 und Microsoft AI. Satya Nadella, CEO von Microsoft, lobte denn auch seine Kundschaft, die "neue Massstäbe bei dem setzt, was mit Mixed Reality und künstlicher Intelligenz möglich ist, die in Microsoft 365, Dynamics 365 und Azure integriert ist". Denn "sie verändern und beeinflussen dadurch die Welt", so Nadella vollmundig.
 
Angekündigt wurden zum Jahresende einen skalierbaren Computer mit Erkenntnissen der Quantenphysik vorzulegen und die Entwicklung einer neuen Programmiersprache. Sie soll für solche Quantencomputer optimiert und mit der Programmiersprache in Visual Studio verbunden sein. Entwicklern sollen mit diesen kostenlosen Tools die Fehlerbehebungen und andere Supportleistungen erledigen können. Zudem werden ihnen Simulatoren versprochen, die auch auf Microsoft Azure laufen sollen.
 
Microsoft Office 365
Konkreter war dann die Erweiterung von Microsoft 365 um zwei neue Lösungen. So wird es mit Microsoft 365 F1 eine Kombination aus Office 365, Windows 10 und Enterprise Mobility + Security geben. Adressiert werden nach eigenen Aussagen Mitarbeiter, die die erste Kontaktperson zwischen Unternehmen und Kunden sind oder direkt in der Produktgestaltung arbeiten. Interessant ist hier, dass an der Messe auch die passenden Geräte angeboten wurden, die von HP, Lenovo, Acer und Fujitsu ab 275 Dollar zu haben sein sollen.

Glaubt man Microsoft, lassen sie sich einfach aufsetzen und verwalten, was geringere Betriebskosten nach sich ziehe. Verwiesen wird auch darauf, dass HP und Lenovo sich Surface anschliessen und ab Januar 2018 Windows AutoPilot unterstützen werden. Sie geben dann bei ausgewählten Aufträgen Gerätenummern an Unternehmen weiter, so dass dank dieser Information neue Gerät mit der Unternehmenskonfiguration und den erforderlichen Anwendungen eingerichtet werden könnten. Versprochen wird dabei, dass IT-Techniker keinen Direktzugriff mehr auf das Gerät benötigen und Aktualisierungen nicht mehr vor Ort durchzuführen sind.
 
Die zweite Neuerung heisst Microsoft 365 Education und wird die Education Edition des Computerspiels Minekraft, Office 365 für Schulen, Windows 10 und Enterprise Mobility + Security enthalten.
 
Ausserdem wurde bekannt gemacht, dass Microsoft 365 neu verbesserte ATP-Funktionen (Advanced Threat Protection) bietet, zudem einen erweiterten Schutz bei SharePoint Online, OneDrive for Business und Microsoft Teams. Ausserdem habe man Identitätsdiebstahlerkennungen auf der Cloud und physisch am Unternehmensstandort integriert.
 
Skype und LinkedIn
Weiter wurde angekündigt, Skype for Business Online mit kognitiven Diensten und Datenservices in Microsoft Teams zu integrieren. Teams soll damit zur zentralen Anlaufstelle für Teamarbeit in Office 365 werden inklusive Chat-, Sprach- und Videonachrichten. Zur Sprache kam in diesem Zusammenhang auch, dass Skype dereinst von Teams abgelöst werde, um es zum Mittelpunkt von Microsoft Vorstellung von intelligenten Kommunikation zu machen. Übrigens soll Teams auch offen für andere Anbieter werden.
 
Kaum anders sieht es auch mit LinkedIn aus. Auch dessen Funktion wird künftig in Office 365 und Microsoft 365 sein. So sollen sich in Office gespeicherte Kontakte mit LinkedIn-Informationen verknüpfen lassen. In sogenannten Profilkarten sind dann die LinkedIn-Profile in den Anwendungen und Services zu sehen.
 
Dynamics 365 mit neuen KI
Auf den neusten Stand gebracht habe man Dynamics 365 mit neuen KI-Lösungen, heisst es weiter aus Orlando. Konzipiert habe man das Angebot für wichtige, komplexe Unternehmensszenarien, wobei es sich an vorhandene Prozesse, Systeme und Daten anpassen lasse. Die erste Lösung wird als intelligenter virtueller Assistent für die Kundendienstverwaltung beschrieben, der auch Kundendienstmitarbeiter adressiere und Kommunikations-Management-Tools umfasse. Weiter sind Module für Dynamics 365 vorgestellt worden, die schnelle Anpassungen versprechen. Zwei dieser Anwendungen heissen Attract und Onboard, sie kommen noch in diesem Jahr und sollen dank integriertem LinkedIn und Office 365 beispielsweise die Personalsuche vereinfachen.
 
Azure und KI
Auch für die Hybrid-Cloud-Plattform Azure Stack wurde eine Erweiterung vorgestellt. Sie verspricht Einheitlichkeit, dank derer man mit denselben APIs, Tools und Funktionen wie bei der Azure-Cloud entwickeln und einsetzen könne. Entwicklern soll das ermöglichen, Anwendungen in ihrer bevorzugten Programmiersprache und Umgebung zu entwickeln.
 
Interessant ist auch der Azure Cost Management Service, der künftig die Verwaltung und Optimierung von Cloud-Ausgaben auf einer einzigen Ansicht in Umgebungen mit mehreren Clouds vereint. Und nicht unerwartet sind im Azure Security Center neue Sicherheitsfunktionen integriert worden.

Schliesslich zeigte Microsoft eine Vorschau auf anstehende Aktualisierungen bei Azure Machine Learning. Für KI-Entwickler und Datenwissenschaftler soll es ein neues Tool-Set geben, um Modelle des maschinellen Lernens und KI-Modelle zu entwickeln und zu verwalten. - Übrigens nicht nur Cloud-basiert, sondern auch für den Einsatz am Unternehmensstandort oder eben hybrid.
 
Auf den Stand der Technik gebracht hat Microsoft auch seine Cognitive Services. Die Sammlung von intelligenten APIs macht neu Textanalysen allgemein verfügbar und damit zieht in die Sprachverarbeitung beispielsweise Stimmungsanalyse, Extrahierung von Hauptwörtern und Erkennung einer Textsprache ein. Demnächst soll auch Bing Custom Search ein personalisiertes Sucherlebnis für die Web-, News-, Video- und Bildsuche liefern. Eine nicht näher datierte neue Version soll dann auch die automatische Vervollständigung und die Rechtschreibprüfung allgemein zugänglich zu machen. Und schliesslich wird derzeit bereits verbreitet, dass in Kürze ein "Bing for Business" kommen soll. (vri)