Werden Online-Einkäufe in der EU doch aufwändiger?

Die kontroverse Diskussion zur Umsetzung der zweiten Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2 – Payment Services Directive) geht in die nächste Runde. Wenn es nach dem jüngsten Entwurf der European Banking Authority (EBA) geht, sollen sich Käufer künftig bei Beträgen ab 30 Euro mit Passwort (Bereich Wissen), Zahlungskarte (Bereich Besitz)oder via Fingerabdruck (Bereich Biometrie) identifizieren müssen.
 
Wie 'Heise' berichtet laufen diesmal 27 Verbände und Firmen Sturm gegen das Vorhaben, das unter dem Namen "Regulatory Technical Standards on Strong Customer Authentication and Secure Communication under PSD2" präsentiert wurde.
 
Zuletzt war im November 2016 der EBA von 39 Verbänden der betroffenen Wirtschaftskreise ein Brandbrief zugegangen. Nun hat eine etwas kleinere Allianz der Online-Wirtschaft am Montag abermals in einem Brief an den Präsidenten der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, und acht seiner Kabinettsmitglieder vor einer Überregulierung und grossen Hindernissen für den E-Commerce gewarnt. In dem auf 'Euractiv' publizierten Brief heisst es zu den von der Bankenaufsichtsbehörde vorgeschlagenen Zusatzkriterien zur Authentifizierung, dass jeder zusätzliche Klick den Konsumenten vom Abschluss einer Transaktion abhalte. Das würde nicht nur die Verbraucher in Europa sondern auch die Händler treffen.
 
Denn reibungslose Online-Zahlungen sind besonders wichtig für Verbraucher, die zunehmend über Mobiltelefone shoppen, nicht sonderlich vertraut sind mit digitaler Technik oder für Käufer mit Behinderungen, so die Kritiker des Vorschlags. Zwar sei ein hoher Grad an Sicherheit bei Online-Bezahllösungen wichtig, doch müsse es ohne unnötige Hürden möglich sein im Internet einzukaufen.
 
Die stärkere Kundenauthentifizierung hatte die EU bereits 2015 in der zweiten Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) beschlossen. Die Festlegung der Details dieser Richtlinie wurde aber der EBA überlassen und sind seither umstritten. (vri)