Siroop beliefert Zürcher per Drohne

Bild: Siroop, Mercedes-Benz, Matternet
Weltpremiere: Der E-Commerce-Shop Siroop startet ein Pilotprojekt mit Drohnen und Lieferwagen.
 
"Liebe Zürcher, aber morgen könnt ihr euch eure Luftpost-Deals via Drohne liefern lassen", schrieb Siroop gestern auf Twitter. Unter dem Projektnamen "Vans & Drones in Zurich" will der Online-Shop zusammen mit Drohnenhersteller Matternet und Mercedes Benz Vans künftig Kunden aus der Luft beliefern: Eine Drohne soll mit der gewünschten Ware beim Händler starten und an vier definierten Orten auf einem Lieferwagen von Mercedes-Benz landen. Dieser macht dann von einem Menschen gesteuert die letzten Meter zum Kunden.
 
Eine entsprechende Lieferung wurde gestern vor den Medien durchgeführt: Eine Drohne lieferte Kaffee an Peter Rohn, den COO von Siroop. Nun sollen sich Kunden im Rahmen eines dreiwöchigen Pilotprojekts ausgewählte Produkte per Drohne und Van zustellen lassen und sie am selben Tag in Empfang nehmen können, verspricht die Coop- und Swisscom-Tochter in einer Mitteilung.
 
Geld, Zeit und Energie einsparen
Dabei handelt es sich laut Siroop um eine Weltpremiere: Zum ersten Mal fänden umfangreiche Drohneneinsätze autonom und ohne Sichtkontakt mit Transportern als Landeplattformen in einem urbanen Umfeld statt, um ein vollautomatisiertes E-Commerce-Drohnensystem zu testen, so Siroop. "Wir haben hier die grossartige Chance, den umfassendsten Test der Drohnentechnologie im urbanen Umfeld durchzuführen, den es bislang gab", lässt sich Stefan Maurer, Leiter Future Transportation bei Mercedes-Benz Vans, zitieren.
 
Die Unternehmen versprechen sich, mit dem neuen Lieferkanal Geld, Zeit und Energie einsparen zu können. Dies wird nun im dreiwöchigen Test eruiert. Besonders interessant sei es zudem "den Kundenbedarf für Drohnenlieferungen zu prüfen und genauer herauszufinden, welche Produkte und Sortimente sich besonders für die Drohnenlieferung eignen. Wichtige Informationen erwarten wir auch hinsichtlich der praktischen Umsetzung beim Händler", so Peter Rohn.
 
Grünes Licht vom Staat
Zum Einsatz kommt der Quadkopter M2 von Matternet, der auch bei den Tests von Post und einem Tessiner Spitalverbund genutzt wird. Die 70 Km/h schnelle 2-Kilogramm-Drohne hat einen Liefer-Radius von rund 20 Kilometern und kann bis zu zwei Kilogramm transportieren. Die Drohne fliegt autonom, wird aber noch von Logistik-Mitarbeitern aus der Ferne überwacht.
 
Für das Projekt haben die Firmen grünes Licht vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) erhalten. Für Sicherheit in den rund 80 Metern Flughöhe sollen ein automatisiertes Ausweichsystem sowie ein integrierter Fallschirm sorgen.
 
In einem nächsten Schritt sollen die Lieferwagen und die autonomen Fluggeräte zur Automatisierung in eine intelligente Routing-Technologie eingebunden werden, die die Lieferungen koordiniert. Ziel seien eine dynamische Routenplanung mit flexiblem Drohneneinsatz und automatisierter Auftragssteuerung. Dann sollen Drohnen nicht mehr an vordefinierten Punkten landen müssen, sondern während herkömmlichen Lieferfahrten besonders eilige Lieferungen zu den Vans bringen können. (ts)