Kanton Zürich mässig froh über leicht höhere Drittstaatenkontingente

Der Bundesrat hat am Freitag eine Erhöhung der Kontingente für Erwerbstätige aus "Drittstaaten" –Ländern die nicht der EU oder EFTA angehören – beschlossen. Unternehmen und Hochschulen sollen so nächstes Jahr schweizweit 8000 Spezialistinnen und Spezialisten aus solchen Ländern rekrutieren können, davon 3500 mit Aufenthaltsbewilligung B und 4500 mit Kurzaufenthaltsbewilligung L. Das sind sieben Prozent mehr als dieses Jahr.
 
Laut einer Mitteilung des Kantons Zürich begrüsst Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh den Entscheid als "Schritt in die richtige Richtung". Ob die landesweit leicht höhere Kontingentszahl allerdings ausreiche, um die hohe Nachfrage im Kanton Zürich nach qualifizierten Fachkräften aus Drittstaaten zu befriedigen, "wird sich weisen", schreibt der Kanton.
 
Das scheint eher diplomatisch ausgedrückt. Dass das Kontingent nun nächstes Jahr hoch genug für den Kanton Zürich ist, ist stark zu bezweifeln. Das Kontingent für das laufende Jahr war schon im März ausgeschöpft.
 
Zürich hatte zusammen mit anderen Kantonen eigentlich eine deutlichere Erhöhung des Gesamtkontingents gefordert, nämlich auf das Niveau von 2014. Damals lag es noch bei 8500 Zulassungen. Für 2015 wurde es dann vom Bundesrat deutlich gesenkt, auf noch 6500 Bewilligungen. Für 2017 wurde diese Zahl dann wieder um 15 Prozent erhöht.
 
Sollte es im kommenden Jahr erneut zu einer für den Wirtschaftsstandort Zürich nachteiligen Kontingentsknappheit kommen, schreibt der Kanton nun, werde man sich "beim Bund mit Nachdruck für eine Erhöhung einsetzen." (hjm)