Verizon entlässt Yahoo-Search-Code in die Open-Source-Welt

Die Verizon-Tochter Oath, zu der seit Juni auch Yahoo gehört, hat wichtige Teile des Yahoo-Codes unter einer Apache-2.0-Open-Source-Lizenz veröffentlicht. Das Vespa genannte Projekt basiert auf dem Code, den Yahoo mit der Übernahme von AlltheWeb im Jahr 2003 geerbt hatte, heisst es in einem Blogeintrag. Es handle sich um die Datenverarbeitungs- und Server-Engine von Yahoo. Unter den verschiedenen Oath-Marken gebe es rund eine Milliarde Vespa-Nutzer.
 
Die Software wird auf allen Yahoo-Websites, einschliesslich Flickr, verwendet – von der Bearbeitung von Suchanfragen bis hin zur Anzeigeschaltung. Nun wurde die Software als Open Source auf GitHub verfügbar gemacht.
 
Das zur Verfügung stellen von Suchergebnissen sei für Entwickler eine Herausforderung, heisst es weiter. Insbesondere dann, wenn Berechnungen schnell über eine grosse Menge von Daten ausgeführt werden müssen. Mit der Veröffentlichung von Vespa mache man es der Community leichter, Search-Applikationen zu erstellen – Anwendungen, mit denen Antworten auf Benutzeranfragen, über grosse Datenmengen, in Echtzeit und im Internet berechnet werden müssen. Fähigkeiten, so heisst es weiter, die bisher nur grossen Unternehmen zur Verfügung gestanden hätten.
 
Laut Blogeintrag könne Vespa On-Premise oder in der Cloud betrieben werden. Ausserdem sei die Engine hoch skalierbar. Eine ausführliche Dokumentation gibt es online. "Es besteht keinen Zweifel, dass Vespa ein wichtiger Bestandteil der Open-Source-Toolbox wird, neben Hadopp, OpenStack, Kubernetes oder sogar Linux", schreibt Vespa-Architect Jon Bratseth im Blogeintrag. (kjo)