Es rumort in der Teppichetage von Ruag

In einem Jahr haben jetzt drei von acht Geschäftsleitungsmitgliedern des Schweizer Rüstungskonzerns Ruag das Handtuch geworfen. Zudem wird jetzt auch das Cybersecurity-Geschäft neu organisiert.
 
Wieder verabschiedet sich der Chef einer der fünf sogenannten Divisionen von Ruag, um eine neue Herausforderung anzunehmen, wie es in einer Mitteilung heisst. Es handelt sich um Markus Zoller, der als Chef der Division Defense seinen Chefsessel räumt. Konkretere Angaben zum Abgang von Zoller, wollte Ruags Pressesprecher Clemens Gähwiler auf Anfrage von inside-it.ch nicht machen. Aber die Nachfolgeregelung sei bereits in Arbeit, heisst es. Bis Ersatz gefunden ist, werde Andreas Berger, Chef des Armee-Informatikprojekts Network Enabled Operations (NEO), eine Geschäftseinheit der Defense Division, die Abteilung zusätzlich führen.
 
Cybersecurity-Unit wird dem Konzern-Chef unterstellt
Bekannt sind Turbulenzen in der bisher zur Defense-Division gehörenden jungen Geschäftseinheit Cybersecurity. Sie war Ende 2016 durch den Zukauf des britischen Security-Spezialisten Clearswift verstärkt worden.
 
Zwar hatte Anfang 2017 ein neuer Chef diese Einheit übernommen, doch verabschiedete der sich bereits Ende Juni wieder, um vom Ex-Clearswift-Chef Heath Davis ersetzt zu werden. Kommuniziert wurde dieser Wechsel allerdings nicht. Zudem verkündet Ruag kürzlich Entlassungen in dieser Geschäftseinheit.
 
Heute heisst es beim bundeseigenen Rüstungskonzern, der letztes Jahr noch selber Opfer eines Hackerangriffs war, die Cybersecurity-Unit werde nun ganz aus der Defense-Division herausgelöst und künftig direkt dem Konzern-Chef Urs Breitmeier unterstellt.
 
Mehrere Abgänge in der Geschäftsleitung
Mit dem Abgang von Zoller sind allein in diesem Jahr drei der acht Posten in der Konzernleitung vakant respektive ersetzt worden. Denn bereits im März dieses Jahres hatte sich Patrick Grawehr als General Counsel aus der Konzernleitung verabschiedete, seinen Posten übernimmt ab Februar 2018 Judith Bischof. Grawehrs Abgang wurde abermals mit der Floskel, er wolle sich ausserhalb von Ruag einer neuen Herausforderung stellen, kommentiert.
 
Anfang September ist dann auch der CEO der Division Ammotec, Cyril Kubelka, durch Christoph Eisenhardt ersetzt worden. Einmal mehr hiess es, Kubelka wolle sich notabene nach 14 Jahren im Konzern "ausserhalb Ruag neu orientieren". (vri)