Freiburg kehrt HPE den Rücken

HPE habe IT-Probleme nicht beseitigen können, sagt der Kanton. Deshalb setzt man neu auf Hardware von Dell EMC.
 
Nach einem zwölfstündigen Betriebsausfall der IT im Kanton Freiburg im Dezember 2016 kam es zu einem freihändigen Zuschlag an Swisscom. Der Auftrag in Höhe von 3,45 Millionen Franken wurde mit "unvorhersehbaren Ereignissen" begründet, die die Beschaffung "so dringlich" machten, dass das Freiburger Amt für Informatik (ITA) kein offenes oder selektives Verfahren durchgeführt habe, wie wir berichtet haben.
 
Nun wurde bekannt, dass der Kanton dem bisherigen Lieferanten HPE den Rücken kehrt und auf Hardware und Dienstleistungen von Dell EMC setzt, wie die 'Freiburger Nachrichten' schreiben. Swisscom solle die gesamte bisherige HPE-Infrastruktur durch Dell-EMC-Material ersetzen.
 
Im Kanton kam es zu mehreren IT-Ausfällen
Die Panne letzten Dezember, von der unter anderem das Spital und das Strassenverkehrsamt betroffen waren, war nicht die erste im Kanton. Insgesamt kam es zu sechs Ausfällen oder Teilausfällen zwischen Dezember 2011 und Dezember 2016, wie aus der Antwort des Staatsrats auf eine Anfrage von Laurent Thévoz, Parlamentarier der Grünen, hervorgeht.
 
Systeme konnten nicht zufriedenstellend wiederhergestellt werden
Nach der Panne im Jahr 2014 habe HP wichtige Komponenten der Speicherinfrastruktur ausgewechselt und den höchstmöglichen Support geliefert, schreibt der Staatsrat. Nach der Panne vom 21. Dezember 2016 aber habe HPE die betreffenden Speichersysteme "weder kostenlos noch umgehend ersetzt". Ein Problem war dann insbesondere die Sicherheit, denn man habe die Redundanz nicht wieder herstellen können.
 
HPE habe dann zwar einen Plan vorgeschlagen, um die Redundanz wieder herzustellen und die Systeme zu stabilisieren. Bei der Umsetzung seien aber, so der Staatsrat, im Januar 2017 Mängel zutage getreten. Das Unternehmen habe schliesslich vorgeschlagen, das fragliche Hardwaremodell zu ersetzen. Da es aber keine Servicegarantie gegeben habe, wäre ein kostenloser Ersatz nicht möglich gewesen.
 
Mit dieser Erklärung wechselt der Kanton nun zu Hardware von Dell EMC. Auf Anfrage von inside-it.ch wollte sich HPE dazu nicht äussern.
 
Die Lösung würde alle Punkte des Pflichtenhefts erfüllen, schreibt der Staatsrat auf die Anfrage von Thévoz weiter. Der Kauf der Ersatz-Hardware von HPE wurde zu einer befristeten Ausleihe umgewandelt. Man werde die HPE-Hardware zurückgeben, sobald die Datenmigration abgeschlossen sei. Dies ist laut Dokument spätestens Ende Oktober der Fall. (kjo)