Google setzt auf KI und neue eigene Hardware

Ohrstöpsel als Simultanübersetzer, Lautsprecher, Kameras, Notebooks, Smartphones und natürlich alles "intelligent".
 
Neue Pixel-Smartphones, Kopfhörer mit Echtzeit-Übersetzungsfunktion und eine preisgünstige Version des intelligenten Lautsprechers Home: Mit einer ganzen Reihe neuer Produkte hat der Internetkonzern Google den Konkurrenten Apple und Amazon im Hardware-Bereich den Kampf angesagt.
 
Dabei will Google künstliche Intelligenz noch enger mit dem Alltag seiner Nutzer verweben. Die Geräte "ahnen eure Bedürfnisse voraus", verkündete Hardwarechef Rick Osterloh am Mittwochabend bei der Präsentation in San Francisco.
 
Google habe "hart daran gearbeitet", sich zu verändern, sagte Konzernchef Sundar Pichai – hin zu einer Welt, in der es heisse "künstliche Intelligenz zuerst". Diese soll sich dabei vor allem aus Googles digitalem Assistenzsystem Assistant speisen, das unter anderem mit Amazons Alexa und Microsofts Cortana konkurriert.
 
Und man habe auch "hart dafür gearbeitet", dass künstliche Intelligenz die Geräte noch benutzerfreundlicher mache, sagte Konzernchef Pichai. "Ihr könnt mit euren Geräten ganz natürlich interagieren, über eure Stimme oder indem Ihr sie berührt", betonte Hardware-Chef Osterloh.
 
Babelfisch
Aufsehen erregten vor allem Googles neue Ohrstöpsel "Pixel Buds", die Unterhaltungen in Echtzeit übersetzen sollen – und damit Vergleiche mit dem legendären Universalübersetzer "Babelfisch" aus dem Science-Fiction-Klassiker "Per Anhalter durch die Galaxis" weckten.
 
Google zeigte eine Unterhaltung, bei der ein Teilnehmer auf Schwedisch und der andere auf Englisch sprach. In Verbindung mit den neuen Smartphones und dem Google Assistant sollen die Ohrhörer in der Lage sein, Konversationen ohne Verzögerung in eine von 40 Sprachen umzuwandeln.
 
Wie die künstliche Intelligenz funktionieren kann, zeigt sich auch an den neuen Smartphones des Internetriesen, der jüngst wesentliche Teile des kriselnden Smartphone-Herstellers HTC aus Taiwan gekauft hatte.
 
Intelligente Softwarehilfe
 
So setzt die zweite Version der Pixel-Handys bei den Kameras auf intelligente Softwarehilfe. Die mit den Smartphones geknipsten Fotos sollen sich durch rechenintensive Prozesse spürbar verbessern lassen. Der Analyst Ian Fogg von der Beratungsfirma IHS Markit sprach von "technisch beeindruckenden" Ergebnissen.
 
Preislich sind die Smartphones im oberen Segment angesiedelt. Das Pixel 2 gibt es seit Mittwoch in einigen Ländern ab 649 Dollar, das Pixel 2 XL ist für 849 Dollar zu haben. Das Pixel 2 hat einen 5-Zoll Bildschirm, die grössere Variante gibt es mit 6 Zoll. Ähnlich wie bei den Geräten der Konkurrenten umfasst der Bildschirm mittlerweile fast die gesamte Vorderseite des Handys.
 
Neben den neuen Smartphones präsentierte Google in San Francisco auch eine kleinere Variante seines intelligenten Lautsprechers Home, den Home Mini. Diese schlankere Version mit einem Startpreis von 49 Dollar sei nun "für mehr Menschen erschwinglich", erklärte der Konzern. Auch ein neues Pixelbook, das gegen Apples iPad Pro und Microsofts Surface antreten soll, sowie die intelligente Kamera "Google Clips" stellte der Konzern vor. (sda/hjm)