"Die sieben Tod­sünden der AI-Vorhersagen"

Begrenzte Vorstellungen und falsche Hochrechnungen, die im Zusammenhang mit Prognosen rund um das Thema künstliche Intelligenz auftauchen, hat der Robotics-Professor und Autor Rodney Brooks auf dem News-Portal des renommierten MIT zusammengetragen. In einem ausführlichen Text, "The Seven Deadly Sins of AI Predictions", nennt er seiner Ansicht nach lächerliche Schätzungen, damit verbundene, falsche Vorstellungen und Ängste vor Dingen, die gar nicht passieren werden.
 
Brooks zieht Parallelen zur GPS-Technologie. Eigentlich gedacht für den Einsatz im militärischen Bereich dauerte es Jahre bis sie erfolgreich eingesetzt wurde. Auf kurze Sicht sei die Fähigkeit der Technologie überschätzt worden, auf lange Sicht aber unterschätzt. Denn heute verfügen unsere Smartphones, Autos und Uhren über die GPS-Technologie, sie ist kaum mehr aus unserem Alltag wegzudenken.
 
In der Diskussion über künstliche Intelligenz würden zu viele sogenannte Kofferwörter verwendet, so Brooks. Damit meint er Wörter, die sich auf eine Vielzahl von Erfahrungen beziehen können. "Lernen" und "Spielen" seien gute Beispiele. Wenn wir von Machine Learning sprechen, wenden wir nur all zu gerne unsere eigene Lernerfahrung an – die eben nicht mit dem "Lernen" vergleichbar sei, wie es eine Maschine macht. Die Maschine hat zwar menschliche Profis in den Spielen Schach und Go geschlagen. Aber eine Maschine spielt nicht, wie es der Mensch tut. Die Maschine wisse nicht einmal, dass sie spielt, schreibt er.
 
In seinem Artikel nennt der KI-Forscher noch weiter "Todsünden". Darunter etwa falsche Vorstellungen von exponentiellem Wachstum und die damit einhergehenden falschen Erwartungen. Auch der Preis von Hardware sei nicht zu unterschätzen. Deshalb würden uns Nicht-Software-getriebene Autos und Nicht-smarte Häuser noch viele Jahre erhalten bleiben. (kjo)