PwC: "Digitalisierung wird 50 Prozent unserer Tätigkeiten vernichten"

Der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater PwC rechnet wegen der Digitalisierung mit massiven Veränderungen in seinem Geschäft. "50 Prozent unser derzeitigen traditionellen Tätigkeiten werden in fünf Jahren nicht mehr von Menschen ausgeführt werden", sagte Norbert Winkeljohann, Sprecher des Verwaltungsrats von PwC Deutschland, im Rahmen der Präsentation des Jahresergebnisses.
 
Im traditionellen Geschäft mit der Prüfung und Steuerberatung arbeiteten rund die Hälfte der 10'600 PwC-Mitarbeiter in Deutschland. Wenn die technischen Voraussetzungen stimmen, laufe eine Buchprüfung bereits heute weitgehend automatisiert ab.
 
Zum PwC-Netzwerk gehören Unternehmen weltweit mit über 200'000 Mitarbeitenden. Die Ländergesellschaften sind rechtlich selbständig und unabhängig. In der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein arbeiten rund 3000 Mitarbeitende und Partner an 14 Standorten für das Unternehmen.
 
Mit Themen ausserhalb des Kerngeschäfts beschäftigen
Künftig müsse sich PwC zunehmend mit neuen Themen ausserhalb des traditionellen Geschäfts beschäftigen. Dazu gehören etwa Cyber Security oder künstliche Intelligenz. Entsprechend ändern sich die Anforderungen an die Mitarbeiter. "Unsere Ausgaben für die Aus- und Weiterbildung sind im vergangenen Jahr auf 141 Millionen Euro gestiegen", sagte Winkeljohann. Zudem rekrutiere man verstärkt Mathematiker oder Informatiker.
 
Beratung bringt mehr Umsatz als traditionelles Business
Wirtschaftsprüfer dürfen Firmen, deren Bilanzen sie unter die Lupe nehmen, in dem Bereich nicht mehr gleichzeitig beraten. Trotzdem war für PwC, die vor einigen Jahren die Strategieberatung Strategy& (früher Booz) übernommen hatte, das Beratungsgeschäft im letzten Geschäftsjahr erneut der grösste Wachstumstreiber.
 
Die Consulting-Sparte legt um 18 Prozent auf 781 Millionen Euro Umsatz zu. Erstmals überholte in Deutschland die Beratung das klassische Geschäft. Der Gesamtumsatz lag bei 2,09 Milliarden Euro. Auch für das neue Geschäftsjahr zeigte sich Winkeljohann zuversichtlich. "Wir sind sehr stark in das Geschäftsjahr gestartet, mit zweistelligem Wachstum." (sda/kjo)