Facebook lanciert "Budget"-VR-Brille

Das Geschäft mit Virtual-Reality-Brillen läuft bisher weltweit äusserst schleppend. Nennenswerte Absatzzahlen werden nur mit Geräten à la Samsung Gear erzielt, bei denen es sich um mehr oder weniger ausgefeilte Handyhalter handelt. Die Verkaufszahlen der wesentlich teureren "echten" VR-Brillen mit eigenem Display sind dagegen bisher miserabel.
 
Ob die neuen auf der Windows-Plattform basierenden VR-Brillen von Acer, Lenovo, Samsung und vielen mehr, die nun auf den Markt kommen, daran etwas ändern werden, ist noch nicht bekannt.
 
Facebook, als Besitzer des VR-Pioniers Oculus ein Hauptplayer auf dem Markt, hat nun den hohen Preis der bisher angebotenen Geräte als Hauptgrund für die mangelnde Popularität identifiziert. Ausserdem möchte man wohl den erwähnten Windows-VR-Brillen gleich etwas entgegensetzen können.
 
Der Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat deshalb gestern an einer Oculus-Entwicklerkonferenz in New York die Lancierung eines neuen Modells angekündigt. "Oculus Go" soll Anfang 2018 auf den Markt kommen und nur noch 199 Dollar kosten. Die Oculus Go wäre damit nur halb so teuer, wie das Flaggschiff Oculus Rift. Dieses wird schon seit längerer Zeit als "Aktion" für 399 Dollar statt wie vorher für 599 Dollar verkauft. Nun wurde der Preis auch offiziell dauerhaft auf 399 Dollar gesenkt.
 
Die Oculus Go soll ein Standalone-Gerät sein. Im Gegensatz zur Oculus Rift oder den Windows-Geräten muss man diese Brille also nicht mit einem PC verbinden, um sie zu benützen. Sie soll existierende Gear-VR-Apps unterstützen, so dass von Anfang an auch entsprechende Apps vorhanden sein werden. Ein Knackpunkt für den Erfolg dürfte sein, wie hoch die Wiedergabequalität ist, denn ohne PC braucht die Brille ja einen eigenen Minicomputer inklusive CPU, Grafik usw. Die vorgesehene technische Ausstattung wurde von Zuckerberg noch nicht bekannt gegeben.
 
Facebook will die VR-Verbreitung übrigens auch durch andere Mittel fördern. So sollen in Zukunft 3D-Posts auf Facebook möglich werden, um die Nachfrage zu schüren. Für Geschäftskunden gibt es zudem neu ein Oculus-Bündel, das neben der Hardware auch Lizenzen und Support beinhaltet. (hjm)