Agile Methoden werden kaum genutzt

Eine Mehrheit der Befragten glaubt, dass das eigene Unternehmen überdurchschnittlich agil sei. (Bild: Haufe Agilitätsbarometer 2017)
Führungskräfte wie Mitarbeitende glauben, dass ihre Unternehmen überdurchschnittlich agil seien. Wenn man sie nach konkreten Methoden fragt, zeigt sich aber ein anderes Bild.
 
Neun von zehn Mitarbeitenden in der DACH-Region arbeiten nach wie vor sehr klassisch. Agile Methoden werden fast gar nicht genutzt – ausserhalb des Bereichs Softwareentwicklung, muss man wohl anfügen. Dies geht aus dem "Haufe Agilitätsbarometer" hervor, für den 1000 Führungskräfte und 1800 Angestellte aus der Schweiz, Deutschland und Österreich befragt wurden.
 
Unter den Führungskräften gaben immerhin 30 Prozent an, agile Methoden zu nutzen. Der Bekanntheitsgrad von agilen Methoden sei aber noch ausbaufähig, so ein Fazit von Haufe. Nur 18 Prozent der Mitarbeitenden und 42 Prozent der Führungskräfte hätten bereits von der Methode Scrum gehört. Das gleiche Bild zeichne sich bei anderen Methoden wie Design Thinking, Swarming, Holacracy oder Fluide Struktur. Nur etwa 20 Prozent der Befragten könnten eine inhaltliche Erklärung der Begriffe und Konzepte liefern.
 
Die meisten glauben, agil zu sein
Die Befragung zeigt einen Widerspruch zwischen Anspruch und Realität was agile Methoden anbelangt. Die Mehrheit der Teilnehmer sei der Meinung, dass ihr Unternehmen im Vergleich zu anderen überdurchschnittlich agil sei. Dies sagten 73 Prozent der Schweizer Führungskräfte. Dies überrasche vor dem Hintergrund der geringen Bekanntheit agiler Methoden, schreibt Haufe-Umantis, Initiant der Studie. Jeder zweite Mitarbeitende habe zudem angegeben, dass keine Massnahmen zur Steigerung der Agilität in seinem Unternehmen umgesetzt würden.
 
Mehrheit glaubt, dass Agilität Effizienz steigert
In der Studie wurde auch danach gefragt, ob agile Methoden die Effizienz beeinflussen. Eine Mehrheit der Führungskräfte glaubt, dass die Effizienz und Effektivität der Arbeit gesteigert würde. Im Ländervergleich weisen die Führungskräfte aus der Schweiz die optimistischste Einschätzung auf.
 
Als Gründe, agile Methoden zu nutzen, stehen Prozessoptimierung und Kostensenkung zuoberst auf der Liste. Auf Kundenbedürfnisse individueller und schneller eingehen und mit dem Wettbewerb mithalten zu können werden ebenfalls von rund einem Drittel der Befragten als Grund genannt.
 
Insgesamt erachten 64 Prozent der Führungskräfte aber eine Minderheit der Mitarbeitenden agile Methode als nützlich, unabhängig von Alter und Unternehmensgrösse. (kjo)