Aufräumen nach dem Insieme-Skandal

Das spektakuläre Scheitern des Software-Projekts "Insieme" hat zu diversen Aktivitäten in der Politik geführt. So reichten die Finanz- und Geschäftsprüfungskommissionen von National- und Ständerat drei Postulate ein, die der Bundesrat heute beantwortet hat.
 
Zum einen verlangten die Kommissionen, der Bundesrat solle die Projektmanagement-Methodik Hermes 5 auf deren Wirkung erneut evaluieren. Der Bundesrat antwortete heute, Hermes 5 werde laufend weiter entwickelt. Er halte eine Neu-Evaluation von Hermes 5 für nicht zielführend.
 
Beide Kommissionen verlangten in einem zweiten Postulat, Grossprojekte seien einem Projekt-Assessment zu unterziehen. Der Bundesrat unterstützt das Postulat und berichtet heute, wie er die geforderten Massnahmen umsetzt. So wurden die so genannten Schlüsselprojekte eruiert und einem verschärften Controlling unterzogen.
 
Mit dem Controlling wurde das ISB (Informatik­strategie­organ Bund) beauftragt. Es hat bisher 17 Assessments nach einem Prüfraster der Uni St. Gallen durchgeführt. Das hat rund 40'000 Franken pro Assessment gekostet. Das Verfahren soll gemäss Bundesrat die Erfolgsquote von Grossprojekten verbessern.
 
Zusätzlich wird es spätestens zwei Jahre nach Abschluss eines Projektes eine Kosten-Nutzen-Analyse geben. Im Anhang des heute veröffentlichten Berichts des Bundesrats (Klick öffnet PDF) gibt es eine Liste der überprüften ICT-Grossprojekte. Zusammen haben sie ein Volumen von einer knappen halben Milliarde Franken. (hc)