Mehrheit der Firmen setzt auf Cloud-First

Von einer Multi-Cloud-Strategie erhoffen sich Unternehmen, die Ausfall- und Datensicherheit zu verbessern, sowie die IT-Investitions- und Betriebskosten senken zu können. Bild: Veritas
Laut einer Befragung von Veritas sind Schweizer Firmen zögerlicher als der Durchschnitt. Dennoch steigen die Cloud-Ausgaben auf ein Fünftel des IT-Budgets.
 
Eine Mehrheit von Unternehmen weltweit verfolge eine Cloud-First-Strategie, wenn sie neue Anwendungen aufsetzen oder Workloads bearbeiten wollen. So das Ergebnis einer von Veritas in Auftrag gegebene Befragung von 1200 Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und IT in 13 Ländern. Ziel des Cloud-Ansatzes, so die Befragten, sei eine Verbesserung der Ausfall- und Datensicherheit. Gleichzeitig erhoffe man sich, die IT-Investitions- und Betriebskosten senken zu können.
 
In der Schweiz sehe das jedoch ein wenig anders aus. Hierzulande handeln nur 45 Prozent der Firmen nach dem Cloud-First-Ansatz. Auch in den nächsten zwei Jahren vollständig auf Cloud verzichten, wollen allerdings lediglich zwei Prozent der befragten Schweizer Firmen.
 
Ein Grossteil der Unternehmen setze zudem auf eine Multi-Cloud-Strategie, wie aus der Befragung weiter hervorgeht. Über zwei Drittel der Befragten würden IaaS von mindestens zwei Cloud Providern beziehen. Die Schweiz liege hier unter dem Schnitt: weniger als die Hälfte der Befragten würden zwei und gerade einmal neun Prozent würden drei Anbieter nutzen, schreibt Veritas.
 
Wer ist für das Datenmanagement verantwortlich
Wie aus der Veritas-Studie weiter hervorgeht, herrsche bei Public-Cloud-Diensten Unsicherheit, wer für das Datenmanagement verantwortlich sei: der Kunde oder der Provider. Eine klare Mehrheit der Firmen, die IaaS nutzen oder planen, würden die Verantwortung für die Datensicherung in den Händen des Cloud-Service-Providers sehen. Auch seien zwei Drittel der Auffassung, dass sie die Verantwortung für Datensicherheit, Datenschutz und Compliance an ihre Provider delegieren könnten. Und etwa die Hälfte glaube, dass der Anbieter für Backups der Workloads sorgen müsse.
 
"Obwohl Kunden glauben, die Provider seien hier in der Pflicht, hat unsere Auswertung gezeigt, dass die Zuständigkeit und Hauptverantwortung beim Kunden selbst
Thomas Benz, Country Manager Schweiz und Österreich bei Veritas.
liegt", kommentiert Veritas-Schweiz-Chef Thomas Benz eine Analyse der Verträge von Public-Cloud-Service-Providern.
 
Legacy-Systeme schränken ein
In der Studie wurde auch nach den grössten Hindernissen einer Cloud-Nutzung gefragte – sei es nun Public Cloud oder Hosted Private Clouds. Rund ein Fünftel der Schweizer sieht die Komplexität der Datenmigration als grosse Herausforderung. Ausserdem glauben 18 Prozent, dass Legacy-Systeme die Möglichkeiten einschränken. In beiden Punkten sind Schweizer Unternehmer etwas zuversichtlicher als der Durchschnitt.
 
Als weitere Hindernisse wurden fehlendes Know-how und Datensilos genannt. Auch hätte rund ein Viertel der Befragten in der Schweiz gesagt, dass es keine klare Strategie gebe.
 
Wie aus den Ergebnissen weiter hervorgehe, so Veritas, steigen die Ausgaben der IT-Abteilungen für Cloud-Technologien. Durchschnittlich betrügen die Ausgaben derzeit zwölf Prozent. In den kommenden Jahren würden 18 Prozent des Budgets auf Cloud-Technologien entfallen, so die Mitteilung. In der Schweiz steige der Anteil gar auf 20 Prozent an. (kjo)