Es gibt noch viel Potenzial für E-Gov-Dienste

"Haben Sie in den letzten 12 Monaten E-Government-Angebote genutzt?" Bild: eGovernment
MONITOR 2017
Eine Umfrage zeigt, dass die Nutzung von Online-Behördendiensten in der Schweiz kaum zunimmt. Und die SuisseID bleibt ein Ladenhüter.
 
Trotz Bemühungen des Bundes werden Onlinedienste der Schweizer Behörden kaum häufiger genutzt als in der Vergangenheit. Zu diesem Schluss kommt der aktuelle E-Government-Monitor. In der DACH-Region könne aktuell kein Wachstum von Online-Behördendienstleistungen verzeichnet werden, so ein Fazit der Studie.
 
61 Prozent der Befragten Schweizer gaben an, in den letzten zwölf Monaten ein Onlineangebot der Behörden genutzt zu haben. 2012 waren es 58 Prozent, wie der Studie zu entnehmen ist. Fast die Hälfte der Befragten sagten, entsprechende Services nicht zu nutzen, weil man sie nicht kenne. 38 Prozent bemängelten die Durchgängigkeit der Angebote. Als weiteres Hindernis wird von 30 Prozent die Anschaffung von zusätzlicher Hardware, etwa einem Kartenlesegerät, genannt.
 
Es gebe noch viel zu tun, denn selbst bei bestehenden Angeboten sei das Potenzial noch nicht ausgeschöpft, heisst es. Die Bekanntheit von Dienstleistungen ist laut Befragung kaum gestiegen.
 
Wer E-Gov-Dienste in Anspruch nimmt, macht dies durchschnittlich 2,6 Mal im Jahr. Die Häufigkeit der Nutzung ist damit in der Schweiz gesunken. Als positiv werden aber die schnellere Bearbeitung und die geringeren Gebühren genannt. Zu den beliebtesten Behördendienstleistungen gehören neben dem Aufsuchen von Informationen, die elektronische Steuererklärung sowie Formulare im Vorfeld eines Behördengangs zu sichten oder online auszufüllen.
 
Die Zufriedenheit nimmt ab
In der Studie wurde auch danach gefragt, wie zufrieden die Nutzer mit den E-Gov-Angeboten sind. Seit 2014 nimmt dieser Wert in der Schweiz kontinuierlich ab. Es sind aber noch immer rund zwei Drittel zufrieden mit den Services und würden die Nutzung weiterempfehlen.
 
Zugenommen hat aber die Angst vor Datendiebstahl und vor mangelnder Sicherheit bei der Datenübertragung. Ausserdem befürchtet eine Mehrheit der Befragten, zum gläsernen Bürger zu werden.
 
Noch viel Potenzial für die SuisseID
83 Prozent der Schweizer besitzen keine SuisseID, geht aus der Befragung weiter hervor. Vermutlich sind es sogar über 90 Prozent, denn sechs Prozent gaben an, nicht zu wissen, ob sie eine besitzen. Die Verbreitung eines elektronischen Identitätsnachweises hinkt in der Schweiz aktuell noch deutlich hinter Österreich und Deutschland, so die Autoren. Haupthinderungsgründe sind die Angst vor Folgekosten sowie der mangelnde Nutzen, der in einer Anschaffung gesehen wird.
 
Der "E-Government Monitor" wurde vom Kantar TNS Institut durchgeführt. Von Schweizer Seite hat sich die Geschäftsstelle E-Government Schweiz beteiligt. Die Onlinebefragung wurde von Ende Juli bis Anfang August 2017 durchgeführt, wobei es pro Land 1000 Teilnehmende gab. (kjo)