IBM: Domino wird weiterentwickelt – aber nicht von uns

Lebensende vertagt: Der indische IT-Riese HCL wird sich um Notes, Domino und Co. kümmern und soll nächstes Jahr eine neue Version herausbringen.
 
Wie 'The Register' und andere Medien berichten, haben zuletzt nicht nur IBM-Kunden und Partner, sondern sogar IBM-Leute selbst daran gezweifelt, dass es noch eine weitere Version der Kollaborations-Suite Domino geben wird. Nun aber verspricht IBM einen neuen Major Release, die Version 10, für nächstes Jahr. Allerdings wird Big Blue keine eigenen Leute mehr für die Entwicklungsarbeit einsetzen. Im Rahmen einer gerade bekannt gegebenen strategischen Partnerschaft wird sich in Zukunft der indische IT-Dienstleister HCL Technologies um die Entwicklung und Pflege der Domino-Produktefamilie, die aus Domino, Notes, Sametime und Verse besteht, kümmern.
 
Ob dadurch IBM-Mitarbeitende ihre Stelle verlieren werden, hat IBM noch nicht bekannt gegeben. Der IT-Konzern verspricht aber, dass man mit HCL zusammenarbeiten werde, um die Kontinuität bei Support- und Sales-Prozessen zu waren. IBM werde weiterhin der primäre Anlaufpunkt sowohl für Kunden als auch Partner sein. Auch würden Kunden die Software weiterhin sowohl im eigenen RZ als auch in Public Clouds sowie in hybrider Form betreiben können.
 
Die letzte Hauptversion von Notes/Domino wurde im März 2013 veröffentlicht. IBM hat 1995, für den damals aufsehenerregend hohen Preis von 3,5 Milliarden Dollar Lotus Software und damit Notes übernommen. Lange Zeit hat IBM damit gute Geschäfte gemacht, und rund um Notes/Domino entwickelte sich ein Ökosystem an Partnern, die Zusatzsoftware schrieben und Anpassungen vornahmen. In den letzten Jahren ist die Zahl der Unternehmen, die noch Domino anwenden, jedoch drastisch kleiner geworden. Für die verbliebenen dürfte es nun immerhin eine gute Nachricht sein, dass zumindest noch eine grössere neue Version erscheinen soll.
 
Aber ist dies nur eine Gnadenfrist, ein kleiner Schritt zurück vom Rand des Grabs? IBM zumindest verspricht, dass es auch nach 2018 noch weitergehen soll: Im Rahmen des "Domino 2025 Jam" sollen Anwender und Partner dazu eingespannt werden, Ideen für die weitere Entwicklung zu liefern. (hjm)