Informatik wird Pflichtfach am "Gymi"

...aber kein Grundlagenfach. Die Erziehungsdirektoren wollen Informatik an der Mittelschule zum Obligatorium machen, in die Maturitätsnote aber soll das Fach nicht einfliessen.
 
Die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) will Informatik in der Mittelschule zum Pflichtfach machen. Wie sie heute mitteilt, wolle man eine entsprechende Revision der gesetzlichen Grundlagen in die Wege leiten. Zudem hat sie an ihrer Jahreshauptversammlung einen neuen Rahmenlehrplan "Informatik für die gymnasialen Maturitätsschulen" verabschiedet.
 
Informatik wird kein Grundlagenfach
An ihrer Jahreshauptversammlung vergangene Woche haben sich die Erziehungsdirektoren für die Einführung von Informatik als obligatorisches Fach am Gymnasium entschieden. IT wird aber kein Grundlagenfach, womit es auf die Maturitätsnote am Ende des Gymnasiums keinen Einfluss hat. Ein solches obligatorisches Fach gibt es heute bereits im Fall von "Wirtschaft und Recht".
 
ICTswitzerland-Vorstandsmitglied Alain Gut begrüsst die Einführung von Informatik als Pflichtfach an den Mittelschulen. Es handle sich um ein "super Zeichen" für die IT-Grundbildung.
 
Dass man Informatik aber nicht zum Grundlagenfach gemacht hat, sieht Gut als verpasste Chance. Bei einem Grundlagenfach gäbe es genaue Auflagen, etwa wie viele Stunden dem Fach gewidmet werden müssten. Bei einem Obligatorium aber, so Gut zu inside-it.ch, haben die einzelnen Kantone mehr Spielraum. Die Gefahr bestehe, dass einzelne Kantone, nur "das Minimum, statt dem Optimum" machen.
 
Rahmenlehrplan verabschiedet
Ebenfalls verabschiedet wurde der Rahmenlehrplan, der die informatische Grundbildung beschreiben soll. Der Lehrplan habe eine hohe Zustimmung gefunden, schreibt die EDK.
 
Vermittelt werden sollen unter anderem die Grundzüge von Programmiersprachen, wichtige technische Hintergründe von Computernetzwerken oder Sicherheitsaspekte der digitalen Kommunikation.
 
Spätestens im Schuljahr 2022/2023 soll es soweit sein
Von Januar bis Mai 2017 hat die EDK mit dem Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) eine Anhörung zur Einführung eines Informatik-Obligatoriums am Gymnasium durchgeführt. Der Vorschlag sei positiv aufgenommen worden. In einem nächsten Schritt werde nun zusammen mit dem Bund eine entsprechende Revision des Maturitätsanerkennungsreglements (MAR) und der -Verordung (MAV) angestrebt.
 
Heute ist im MAR/MAV Informatik als nicht-obligatorisches Ergänzungsfach festgehalten. Sowohl die EDK als auch der Bundesrat muss den revidierten Grundlagen (MAR/MAV) zustimmen. Die EDK möchte gemäss Mitteilung diesen Entscheid Mitte 2018 treffen.
 
Wird bei der Revision einer Übergangsfrist von vier Jahren zugestimmt, dann würde der Informatik-Unterricht spätestens ab dem Schuljahr 2022/2023 obligatorisch sein. Kantone können ihn aber auch schon früher an den Gymnasien einführen. (kjo)